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Kindesmissbrauch in Schwerin : Stadtpolitiker prüfen Jugendamt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sonderausschuss will Umgang der Verwaltung mit den Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern beim Verein Power for Kids klären

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 18:28 Uhr

„Zukünftig muss sichergestellt werden, dass das Jugendamt Hinweisen auf sexuellen Missbrauch und jeglicher Kindeswohlgefährdung nachgeht, professionelle Einschätzung des Gefährdungsrisikos vornimmt und die richtigen Verfahrensschritte zur Hand hat und diese verfolgt“, fasst es Lothar Gajek zusammen.

Der Grünen-Stadtvertreter ist einer der neun Kommunalpoltiker, die heute Abend im zeitweiligen Ausschuss ihre Arbeit aufnahmen. Bis zum Sommer soll der klären, ob und welche Fehler das Jugendamt in Zusammenhang mit den Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen rund um den Verein Power for Kids gemacht hat. Denn bereits im Januar 2015 hat das Jugendamt Kenntnis von den sexuellen Übergriffen durch den inzwischen zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilten Peter B. erhalten, dem Gründer und jahrelangen Leiter des Vereins Power for Kids. Damals hatten sich zwei Kinder an einen Schulsozialarbeiter gewandt, der den Jugendhilfeausschuss-Vorsitzenden und die Jugendamtsleiterin informiert hatte. Das Problem: Das Jugendamt hatte daraufhin nicht Polizei oder Staatsanwaltschaft informiert.

Inzwischen ist klar: Dadurch konnte sich Peter B. bis zu seiner Verhaftung im August vergangenen Jahres noch weiter an Kindern im Verein vergehen. Klären will der Sonderausschuss auch, warum die Stadt noch im Mai 2015 den „Power for Kids“ offiziell als Träger der Jugendhilfe anerkennen wollte.

Die Stadt hat zu Jahresbeginn bereits eine interne Untersuchung der Vorgänge eingeleitet. Dana Horn aus dem städtischen Rechtsamt führt die Prüfung und wurde durch die Verwaltungsspitze dafür nicht nur freigestellt, sondern auch mit umfassenden Kompetenzen ausgestattet. Parallel wurde die Jugendamtsleiterin und ein Abteilungsleiter von Aufgaben der Jugendhilfe entbunden, bis Prüfergebnisse vorliegen.

Die Stadtvertretung hat sich mehrheitlich aber auch für eine politische Aufarbeitung der Vorwürfe gegen das Jungendamt stark gemacht und den Sonderausschuss beschlossen. Gestern wählten die Mitglieder – Susanne Herweg und Sven Klinger (CDU), Gerd Böttger und Jörg Böhm (Linke), Tim Piechowski und Rolf Bemmann (SPD), Manfred Strauß (Unabhängige Bürger), Lothar Gajek (Grüne) und Petra Federau (AfD) – den CDU-Stadtvertreter und Rechtsanwalt Sven Klinger zu ihrem Vorsitzenden und legten ihre nächsten Beratungstermine fest.

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