Internet in Schwerin : Stadtpolitik im Netz erleben

Das offizielle Bürgerinformationssystem ist ihm zu „hakelig“. Deshalb programmierte Michael Milz ein neues Rechercheportal, das eine umfassende Suche nach Stadtthemen ermöglicht.
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Das offizielle Bürgerinformationssystem ist ihm zu „hakelig“. Deshalb programmierte Michael Milz ein neues Rechercheportal, das eine umfassende Suche nach Stadtthemen ermöglicht.

Web-Experte Michael Milz entwickelte Bürger-Recherche-System, das Zugang zu Informationen erleichtert

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30. März 2016, 21:00 Uhr

Wer in der Stadtpolitik mitreden möchte, der braucht Informationen. Im Bürgerinformationssystem auf der Internetseite www.schwerin.de stecken diese Infos. „Aber das System ist zu hakelig“, sagt der Schweriner Web-Entwickler Michael Milz. Die Suche im Stadtportal sei nicht funktional genug. So würden etwa PDF-Dateien bei der Recherche im Informationssystem nicht durchforstet. „Gerade in diesen Dateien verbergen sich aber unzählige Details“, erklärt Milz.

So machte der Computer-Experte kurzerhand Nägel mit Köpfen, entwickelte ein eigenes „Bürger-Recherche-System“, mit dem Anträge, Tagesordnungen, Stellungnahmen, Pläne und Mitteilungen der Verwaltung zu allen denkbaren Themen leicht gefunden werden können. Mehr als 18 000 PDF-, Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien aus dem Bürgerinformationssystem wurden von Milz über eine Volltextsuche durchsuchbar macht. „Über eine Texterkennung werden auch eingescannte Dokumente erfasst“, erklärt der Web-Entwickler.

In der Datenbank unter https://brs-schwerin.de die von jedermann kostenlos genutzt werden kann, stecken mehr als 240 Megabite reiner Text zu lokalpolitischen Entscheidungen in Schwerin. „Eine Fundgrube für Bürger, Ortsbeiräte und Stadtvertreter“, betont Milz.

Zwei Monate lang programmierte der Schweriner in seiner Freizeit an seinem Recherchesystem. „Ich habe schon viele positive Rückmeldungen bekommen“, berichtet Milz. Und das System sei durchaus noch „ausbaufähig“. So könnten auch Karten sowie eine Kommentar- und E-Mail-Benachrichtigungsfunktion eingebaut werden.

Allen politikinteressierten Schwerinern die Möglichkeit zu geben, sich schnell und umfassend über Stadtthemen zu informieren – das möchte Milz mit seinem System. Die Defizite des offiziellen Bürgerinformationssystems will er in einer Anfrage zur nächsten Stadtvertreter-Sitzung zur Sprache bringen.




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