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Insolvenz abgewendet : Stadtpolitik bejubelt Theaterlösung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Soforthilfe des Landes und angekündigtem Einstieg als Mehrheitsgesellschaft hofft Schwerin auf ruhiges Fahrwasser für die Bühne

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2015 | 13:00 Uhr

Als „einen Sieg der Vernunft“ bezeichnet SPD-Kreisvorsitzender Jörg Heydorn das erneute Engagement der Landesregierung für das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin. Das Haus sei somit „für die Zukunft gut aufgestellt“, zeigt sich CDU-Stadtfraktionsvorsitzender Sebastian Ehlers überzeugt. Und Linken-Politiker Helmut Holter spricht gar von einem Modell, das für weitere kommunale Problemlösungen herhalten könnte.

Mit der Überweisung von 1,2 Millionen Euro Soforthilfe für das Staatstheater hatte die Landesregierung am Donnerstag die drohende Insolvenz der Bühne abgewendet – im Übrigen schon im dritten Jahr in Folge. Laut Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) ist zudem der unverzügliche Einstieg des Landes als Mehrheitsgesellschafter beim größten Theater des Landes beschlossen worden. Das war schon lange angestrebt worden. Die Stadt hatte deshalb im Vorfeld die Anteile kleinerer Gesellschafter übernommen. Allerdings hatte Brodkorb den Einstieg in der vergangenen Woche in Frage gestellt. Hintergrund waren Differenzen über den künftigen Finanzbedarf (SVZ berichtete).

„Mit der Entscheidung der Landesregierung wird unser Theater gesichert. Das konstruktive Mitwirken am Reformprozess auf Landesebene wird damit honoriert“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Ehlers. „Es ist eine langjährige Forderung der gesamten Stadtvertretung, dass das Land künftig mehr Verantwortung für das Theater in der Landeshauptstadt übernimmt. Die Stadt wird ihren Teil zum Erhalt des Mecklenburgischen Staatstheaters beitragen und sich auch künftig an der Finanzierung beteiligen.“

Auch SPD-Stadtvertreter Dr. Rico Badenschier ist froh über die Lösung, mahnt aber auch, schnell weiterzuarbeiten. „Die Stadt hat jetzt mit der angestrebten Gründung einer gemeinsamen Theatergesellschaft zusammen mit dem Land, dem Landkreis Ludwigslust-Parchim und der Stadt Parchim erstmals die einmalige Chance, das Theater dauerhaft in sicheres Fahrwasser zu bringen. Diese Chance muss Schwerin ohne weitere Verzögerungen nutzen. Das sind wir nicht nur der gesamten Kultur in Schwerin, sondern auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Theaters schuldig.“

Diese Auffassung vertreten auch die Grünen. Fraktionschefin Cornelia Nagel: „Trotz der jetzigen Soforthilfe werden wir uns 2016 in der Stadtpolitik zum Thema Theater nicht beruhigt zurücklehnen dürfen, denn die Konsolidierungsbemühungen im Theater müssen weiter gehen.“

Für Helmut Holter (Linke) ist klar, dass die Landeshauptstadt gute Argumente für die Entscheidung der Landesregierung geliefert hatte. „Künstlerisch hat sich das Ensemble über die Grenzen Schwerins hinaus einen Namen gemacht. Und ein starkes kommunales Selbstbewusstsein Schwerins war wichtig für die Entscheidung der Landesregierung.“

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