Schwerins Geschichte : Stadtgeschichte real und virtuell

Die Ausstellung in den Schweriner Höfen zeigt Modelle, Fotos, Karten und Informationstafeln, ist aber nur ein winziger Teil der Sammlung, die mehr als 25 000 Objekte umfasst.
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Die Ausstellung in den Schweriner Höfen zeigt Modelle, Fotos, Karten und Informationstafeln, ist aber nur ein winziger Teil der Sammlung, die mehr als 25 000 Objekte umfasst.

Schweriner Kulturwerkstatt will diskutieren, wie Schwerins Historie wieder öffentlich erlebbar gemacht werden kann

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14. Juni 2016, 09:00 Uhr

Die Welterbe-Städte Wismar und Stralsund präsentieren ihre Stadtgeschichte in historischen Museen. Selbst kleinere Städte wie Neustrelitz oder Neubrandenburg haben solche kommunalen Einrichtungen. Die Landeshauptstadt indes zeigt nur kleine Ausschnitte der eigenen Historie in den Schweriner Höfen unter dem Titel „Schwerin, wie es wurde, was es ist“.

Dies ist für ASK-Stadtvertreter Ralph Martini Anlass, das Thema wieder stärker ins Blickfeld – und in die Stadtvertretung – zu holen. Und auf der nächsten Kulturwerkstatt der Landeshauptstadt soll am 15. Juli darüber diskutiert werden. Dann auch unter dem Aspekt eines virtuellen Stadtgeschichtsmuseums nach dem Vorbild des entsprechenden Landesmuseums.

Norbert Credé vom städtischen Kulturbüro beschäftigt sich auf Beschluss der Stadtvertretung bereits intensiv mit dem Thema. Für ihn steht jedoch fest: „Schwerin braucht beides: ein reales und ein virtuelles Museum zur Präsentation der Stadtgeschichte.“ Denn virtuell würden Interessenten rational neugierig gemacht und könnten sich Ein- und Überblicke verschaffen, doch die emotionale, die empathische Wirkung von Kulturgut und Zeitzeugnissen und ihre Inszenierung in Zusammenhängen lasse sich auch mit modernsten Techniken nicht ersetzen. Und abgesehen davon: „Bevor ich eine Sammlung digitalisieren kann, brauche ich sie real. Dann erst folgen Fotos oder Videoaufnahmen, Detailvergrößerungen, Beschreibungen und Programmierung“, nennt Credé einige Details. „Mal ganz abgesehen von dem gewaltigen personellen und finanziellen Aufwand der Digitalisierung.“

Für eine zeitgemäße Präsentation der Schweriner Stadtgeschichte – die Sammlung umfasst insgesamt mehr als 25 000 Objekte – hat der Historiker bereits verschiedene Räumlichkeiten unter die Lupe genommen. Der unsanierte Teil des Speichers in der Röntgenstraße etwa käme in Betracht. Städtisches Eigentum und mehr als 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche sprächen dafür. Möglich wäre aber auch eine Ansiedlung in gemieteten Räumen, etwa den Schweriner Höfen oder der Alten Brauerei.

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