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Wegweiser für Touristen : Stadtführung mit Humor und Herz

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Franz-Peter Kurtz zeigt Besuchern seit 1992 die Stadt und bis heute ist es ein wahres Erlebnis, ihn auf seiner Tour zu begleiten

von
erstellt am 07.Mai.2015 | 23:37 Uhr

Auf einem Fahrrad kommt er über den Marktplatz geradelt. Es ist eng, denn viele Marktstände mit Blumen, Gemüse und allerlei Köstlichkeiten zieren, wie jeden Mittwoch, den Platz vor dem Rathaus. Die Sonne scheint und der Himmel erstrahlt in einem herrlichen Blau. Der Mann mit den grauen Haaren trägt dunkelbraune Schuhe, eine beige Stoffhose, eine hellbraune Jacke, darunter ein weißes Hemd und einen passenden Schlips. In der rechten Hand hält er eine kleine schwarze Tasche. Er schließt das Fahrrad vor der Touristen-Information an und geht schnellen Schrittes hinein. Nur ein paar Minuten später kehrt er zurück und wartet geduldig auf dem Bürgersteig vor dem Rathaus auf Touristen. Seine Augen leuchten. Er freut sich auf die nächste Stadtführung, die gleich beginnt. Es ist dann Führung Nummer 1029. Seit 1992 gibt Franz-Peter Kurtz nun Rundgänge durch die Altstadt Schwerins und immer noch sehr begeistert.

Zehn Teilnehmer aus Schwerin, Berlin, Rostock und dem Umland sind es dieses Mal. „Mein Name ist Franz-Peter Kurtz. Ich bin zwar etwas größer, aber mit diesem Widerspruch lebe ich sehr gut“, witzelt der 72-Jährige gleich zu Beginn und hat so sämtliche Sympathien gewonnen.

Danach geht es los. Ein paar Schritte direkt auf den Marktplatz. „Schwerin wurde im Jahr 1018 erstmals erwähnt und erhielt 1160 Stadtrechte, damit ist sie die älteste Stadt im heutigen Mecklenburg-Vorpommern“, erzählt der Ur-Schweriner. Etwa 92  000 Einwohner habe unsere Stadt heute und damit sei sie die kleinste Landeshauptstadt in ganz Deutschland. Kurtz erzählt viel über den Markt, beantwortet die Fragen der Touristen routiniert. Dass er 23 Jahre Berufserfahrung hat, merkt man bei jedem Satz. Auch über das Löwendenkmal weiß er jede Menge. „Der viereckige Sockel ist an den Seiten mit vier Reliefbildern ausgestattet, die vier Lebensepisoden des Sachsenherzogs satirisch-kritisch darstellen.“

Dann geht es am Rathaus, deren Fassade 1835 von Demler vorgesetzt wurde, vorbei auf den Schlachtermarkt. Danach zurück zum Markt, durch die „Suppengasse“ zum Dom, wo der gelernte Stadtführer regelrecht ins Schwärmen gerät. Er beschreibt die bunten Fenster, die Orgel und allerlei Wissenswertes zum Gebäude. Im Anschluss führt er die Teilnehmer zum Pfaffenteich. Kurtz zeigt das schmalste Haus Schwerins, die Schirmkinder, erklärt den Pfaffenteich-Kreuzer. Und das alles mit einer Begeisterung, die jeden mitreißt.

Weiter geht es auf der Mecklenburgstraße, durch die engen Gassen Richtung Schloss. Auf dem Weg liegen die Staatskanzlei, das Staatstheater, und Staatliche Museum, wo die 90-minütige Führung dann auch endet. Die Ausflügler bedanken sich. Strahlen um die Wette. „Es hat sich wirklich gelohnt“, schwärmt eine Dame. Die nächste Stadtführung beginnt heute um 11 Uhr.

 

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