Geburtstagskind : Stadtfernsehen für alle

Zu den Geburtstags-Gratulanten  gehörte auch Stadtpräsident Stephan Nolte (l.).
Zu den Geburtstags-Gratulanten gehörte auch Stadtpräsident Stephan Nolte (l.).

Gelebte Demokratie plus Medienbildung mit Kamera und Mikrofon: Offener Kanal in Schwerin ist seit zehn Jahren auf Sendung

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25. März 2015, 16:00 Uhr

Etwa 2000 Schweriner schalten mittlerweile täglich ein: Das „Fernsehen in Schwerin“ kommt ins Teenager-Alter und hat sich einen festen Platz im Leben Schwerins gesichert. Der Offene Kanal in der Dr.-Martin-Luther-King-Straße 1-2 ist einer von 140 solcher Bürgersender deutschlandweit. 1,5 Millionen Menschen nutzen sie jeden Tag, 30 000 Bürger engagieren sich dort, 25 Millionen Euro fließen jährlich von den Landesmedienanstalten in das Projekt, das Demokratie und Medienkompetenz stärken soll. Bert Lingnau, Referent für Offene Kanäle in der Medienanstalt MV, brachte diese Statistiken mit zur Geburtstagsfeier des Senders gestern. Am 31. März 2005 ging das Bürgerfernsehen das erste Mal auf Sendung. Das Jubiläum feiert es mit Sondersendungen bis zum 5. April – eine Zeitreise durch die Programmvielfalt der vergangenen zehn Jahre.

Fernsehen in Schwerin wurde zunächst in Kooperation mit dem Schweriner Jugendring als Außenstelle des Rostocker Offenen Kanals betrieben und entwickelte sich verstärkt seit 2011 zu einem eigenständigen Bürgersender. Die Sendezeit wurde von täglich dreimal zwei Stunden zu einem täglich 24-stündigen Vollprogramm ausgeweitet. Es ist in den Kabelnetzen von Kabel Deutschland in Schwerin, Gadebusch und Parchim, außerdem im Schweriner Kabelnetz des Unternehmens WTC sowie der PrimaCom zu empfangen, insgesamt werden etwa 62 500 Haushalte erreicht.

Insgesamt stehen bei Fernsehen in Schwerin sieben Kamerasets, vier Schnittplätze und ein Tonstudio für Interessierte zur Produktion von Sendungen zur Verfügung. Inzwischen ist der Offene Kanal in der Landeshauptstadt ein Medienbildungszentrum, das Medienkompetenz als eine Schlüsselqualifikation unserer Zeit vermittelt. Der Sender unterstützt eine Vielzahl von Projekten, Initiativen und Bildungsangeboten für alle Altersgruppen. Thematisch gibt es keine Grenzen mehr. „Leben und Alltag der Menschen finden hier ihren idealen, unzensierten Ausdruck“, sagt Bert Lingnau. „Es gibt keine komischen Urlaubsvideos von unbekannten Menschen oder Vereinsnachrichten von Kaninchenzüchtern, sondern viele Musikvideos, Magazine oder gut gemachte filmische Porträts von Menschen aus der Region.“

Seit 2005 haben 650 eingetragene Nutzer hier Sendungen produziert, derzeit sind etwa 100 Interessierte aktiv, darunter die Filmgruppe Metronom des Seniorenbüros. Auch der Schweriner Turmblick hat ein eigenes Magazin im offenen Kanal. Vergangenes Jahr produzierten Jugendliche tagaktuell Beiträge zum Filmkunstfest. Im Dezember gab es sogar einen Bundespreis: Der Dokumentarfilm „Grenzenlos – Der Schweriner Aufbruch 1989“ von Lena Lambrecht hat beim Bürgermedienpreis 2014 in der Kategorie Video den zweiten Platz erreicht. Die 19-Jährige absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Fernsehen in Schwerin. Zwei FSJ-Stellen gibt es hier jedes Jahr.

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