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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 09:26 Uhr

Schwerin : Stadt will zwei neue Zebrastreifen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute Gespräch im Energieministerium: Schwerin beantragt Überwege für Dreescher Markt und Ecke Lessing-/Brechtstraße

von
erstellt am 10.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Lässt ein Zebrastreifen Fußgänger tatsächlich schneller die Straße queren? Und: Wird es durch einen Zebrastreifen sicherer oder suggerieren die weißen Streifen auf der Fahrbahn lediglich vermeintliche Sicherheit, was wiederum die Aufmerksamkeit der Passanten verringert? Es ist eine Diskussion wie die ums Huhn und das Ei und wer nun zuerst da war. Viele Argumente dafür, ebenso viele dagegen. In der Schweriner Verkehrsbehörde überwiegt die Zahl derer, die neuen Zebrastreifen ablehnend gegenüber stehen. Seit Jahren ist kein neuer in der Landeshauptstadt eingerichtet worden. Doch seit einem Jahr weht ein neuer Wind durch die Amtsstuben: Oberbürgermeister Rico Badenschier hat das Thema mit der höchsten Priorität versehen.

So verwundert es denn auch nicht, dass nach intensiver Vorplanung, ersten Kontaktaufnahmen mit dem Land und diversen Verkehrszählungen heute ein Gespräch über Chancen für zumindest zwei neue Zebrastreifen im zuständigen Energieministerium geführt werden sollen. Mit am Tisch: Vertreter der Stadt und des Landesamtes für Straßenbau. Denn so ein Zebrastreifen kann nicht einfach auf die Straße gemalt werden, wenn es die Stadt will. Erst recht nicht in Tempo-30-Zonen. Da will das Land mitreden. Es gibt schließlich Vorschriften.

Beantragt hat Oberbürgermeister Rico Badenschier die Fußgängerquerungen laut StVO für den Dreescher Markt und die Lessingstraße, Brechtstraße in Höhe des Edeka-Marktes. Die Argumente dafür sind nicht gerade schlagend: Beide „Querungsstellen sind unfallunauffällig“, wie es eine städtische Analyse für die Jahre 2014 bis 2016 zeigt. Der Verkehr verhalte sich „mit der notwendigen Vorsicht und Rücksichtnahme“, lautet das Fazit.

Auch die im Frühsommer dieses Jahres durchgeführte Verkehrszählung inklusive so genannter verdeckter Tempomessung spricht eher gegen Änderungen der Regeln. Was im Übrigen auch die städtischen Verkehrsplaner nach wie vor so sehen.

Am Edeka in der Weststadt erfolgten „alle Überquerungen innerhalb der Plateau-Aufpflasterung bei kurzer Wartezeit“. Jeder zweite Autofahrer sei mit höchstens Tempo 29 unterwegs. Bei den Temposündern liege der Durchschnitt bei 34 Kilometer pro Stunde. Im dreitägigen Messzeitraum gab es keine Ausreißer nach oben.

Den erwischten die Prüfer mit 72 Stundenkilometern allerdings am Dreescher Markt. Ansonsten aber auch dort ein ähnliches Bild: 29 Stundenkilometer bei jedem zweiten Fahrzeug höchstens, das Mittel der schnelleren liegt am Dreescher Markt bei 37 Kilometer pro Stunde.

Allerdings nutzen am Dreescher Markt nicht alle die Aufpflasterung zum Überqueren der Bernhard-Schwentner-Straße. Vor allem Schüler, die aus der Stadt kommen, gehen direkt hinter der Straßenbahn über die Fahrbahn. Dennoch: Auch hier attestieren die Verkehrszähler keine besonderen Gefahrenquellen. Auch am Dreescher Markt gäbe es kaum Wartezeiten. Im Testzeitraum konnten 254 Fußgänger sofort, weitere 80 nach Sekunden und fünf Passanten nach zehn Sekunden des Wartens über die Straße. In der Nachmittagsstunde teilten sie sich mit 420 Autos den Bereich.

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