zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 11:13 Uhr

Schweriner See : Stadt will Sperrzonen verhindern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Antrag bei Wasser- und Schifffahrtsamt: Vor allem Kaninchenwerder soll für Wassersportler zugänglich bleiben, Naturschützer protestieren

von
erstellt am 27.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Eine Anzeige und 300 Euro Bußgeld – Freizeitkapitäne, die den Naturschutzgebieten im Schweriner See zu nahe kommen, können künftig empfindlich belangt werden. Betroffen von einer neuen Bundesverordnung sind Kaninchenwerder, Ziegelwerder, das Ramper Moor und der Große Stein. Für Kaninchenwerder und Ziegelwerder bemüht sich die Stadt noch um eine Befreiung von der 100-Meter-Sperrzone. Doch mit einem ersten Antrag ist sie beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Lauenburg nicht durchgekommen. Die Entscheidung über einen zweiten Anlauf mit einer erweiterten Begründung steht noch aus.

„Uns geht es vor allem darum, dass mehrere Badebuchten auf der Westseite von Kaninchenwerder zugänglich bleiben“, sagt Schwerins Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum. Mit ihrem Befreiungsantrag reagiere die Stadt in Absprache mit dem Land auf den Wunsch vieler Wassersportler. Und tatsächlich hat die Kommune die volle Rückendeckung der Interessengemeinschaft Schweriner See und Umland (ISSU), die nach eigenen Angaben rund 60 Vereine vertritt. „Wir haben auch ein Interesse am Naturschutz, aber er muss mit den Menschen erfolgen und darf den Menschen nicht ausgrenzen“, sagt ISSU-Sprecher Eike Klemkow.

Große Hoffnungen macht das Wasser- und Schifffahrtsamt den Schwerinern aber auch für die neue Antragsrunde nicht. Eine Befreiung von Befahrensverboten könne nur gewährt werden, wenn diese Verbote „zu einer nicht beabsichtigten Härte führen würden“, sagt Sachbereichsleiter Andreas Dohms. Über den neuen Antrag der Stadt werde allerdings nicht mehr in Lauenburg befunden, sondern auf einer höheren Ebene, in der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Außenstelle Ost, in Madgeburg.

Kein Verständnis für den Befreiungsantrag der Stadt hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Die Befahrensregelung für die Naturschutzgebiete Kaninchenwerder und Ziegelwerder dient dem Erhalt eines sehr bedeutenden Vogelbrut- und Rastgebietes“, sagt Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Rund um die Inseln seien im Sommer hunderte Brutplätze für selten gewordene Wasservögel wie Schnatterente, Reiherente, Kolbenente und überdurchschnittlich viele Haubentaucher und Blässhühner. „Die Naturschutzgebietsbefahrensverordnung würde ihren Sinn verlieren, wenn sie aufgrund lokaler Interessen einzelner Wassersportler nach Belieben aufgeweicht werden könnte“, argumentiert Cwielag.

Auch wenn es noch keine abschließende Entscheidung über den Antrag der Stadt gibt, so hat das Wasser- und Schifffahrtsamt aber mit der Austonnung der Sperrzonen im Schweriner See zumindest vorläufige Tatsachen geschaffen. „Die neue Verordnung ist scharf“, sagt der Leiter der Schweriner Wasserpolizeiinspektion, Thomas Holz. Und sie lasse der Polizei wenig Spielraum. Wer im verbotenen Bereich erwischt werde, der müsse mit Sanktionen rechnen, so Holz. Immerhin dürfe Kaninchenwerder aber weiter über den kleinen Hafen angesteuert werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen