Sparzwang : Stadt will alle Jugendclubs erhalten

Die Jugendlichen vom „Westclub One“ sind fleißig, denn der Umzug aus dem alten Gebäude in der Leonhard-Frank-Straße 37 steht an. Bei lauter Musik werden die neuen Räume im Flachbau in der Friedensstraße 29a gestrichen, Schränke richtig positioniert. Bis Montag soll alles geschafft sein und der Betrieb soll in den neuen Räumen laufen.
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Die Jugendlichen vom „Westclub One“ sind fleißig, denn der Umzug aus dem alten Gebäude in der Leonhard-Frank-Straße 37 steht an. Bei lauter Musik werden die neuen Räume im Flachbau in der Friedensstraße 29a gestrichen, Schränke richtig positioniert. Bis Montag soll alles geschafft sein und der Betrieb soll in den neuen Räumen laufen.

Strategiepapier bis 2017 sieht aber Einsparungen bei Personal- und Sachkosten vor / Politik entscheidet am 15. Dezember

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28. November 2014, 08:00 Uhr

Eine gute Nachricht für alle jungen Schweriner: In der Landeshauptstadt soll trotz Sparzwangs vorerst kein Jugendtreff geschlossen werden. So sieht es die Fortschreibung des Strategiepapiers zur Entwicklung der Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit bis 2017 vor, über die die Stadtvertretung voraussichtlich am 15. Dezember abstimmen wird. „Wir möchten den Status quo unter Berücksichtigung der Haushaltskonsolidierung erhalten“, sagt Sozial- und Finanzdezzernent Dieter Niesen (SPD).

Mehr als 5,7 Millionen Euro will die Stadt von 2015 bis 2017 locker machen. Etwa ein Dutzend Jugendtreffs sollen mit dem Geld gefördert werden, aber auch die Angebote für junge Leute im Mehrgenerationenhaus, die Jugendbildung zum Beispiel in der Schule der Künste, die Straßensozialarbeit und die Sozialarbeit in Schulen. Dabei werde es in den kommenden drei Jahren durchaus „Finanzlücken“ geben, erklärt Niesen. So überstiegen bereits im kommenden Jahr die von den Trägern insgesamt beantragten Zuschüsse um rund 159 000 Euro den Betrag, den die Stadt auf der Basis des Haushaltskonsolidierungkonzepts bereitstellen könne.

Schließen will die Stadt die Lücke unter anderem, indem sie nur die Kosten abrechnet, die den Trägern tatsächlich entstehen. Bei der Bezahlung der Mitarbeiter würden nicht wie ursprünglich mal vereinbart 35, sondern 30 Wochenstunden zugrunde gelegt, sagt Jugendamtsleiterin Caren Gospodarek-Schwenk. Der Zuschuss zu den Sachkosten solle auf dem Niveau von 2013 bleiben, eine Schulwerkstatt habe 30 000 Euro weniger beantragt, als ihr von der Stadtvertretung zugestanden worden seien.

2016 wird sich die Finanzlücke allerdings noch einmal deutlich vergrößern – auf rund 327 000 – und ein Jahr später auf 367 000 Euro. „Wir werden mit den Trägern über weitere Einsparpotenziale sprechen müssen“, kündigt Gospodarek-Schwenk. Dabei sollten etwa auch die Ausgaben für die Sachkosten noch einmal auf den Prüfstand kommen. Die Stadt wolle aber an ihrer Linie festhalten, möglichst alle jetzigen Jugendtreffs zu erhalten. „Uns ist dieser Bereich wichtig“, unterstreicht Dezernent Niesen.

Die vorhandenen Angebote der offenen Jugendarbeit seien bei Kindern und Jugendlichen nachgefragt, heißt im Strategiepapier der Stadt. Angesichts der demografischen Entwicklung werde der Bedarf an Offerten der Jugendarbeit in der Stadt auch wieder steigen, erläutert Niesen. So werde die Zahl der Schweriner im Alter zwischen 6 und 21 in den kommenden Jahren nach einer Prognose wieder zunehmen.

Niesen setzt auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Jugendhilfeausschuss, aber auch mit den drei Trägerverbünden der Jugendarbeit in der Landeshauptstadt. Die jetzige Kooperation mit den Verbünden sei noch ausbaufähig, betont er.

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