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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 06:54 Uhr

Entwicklungsbedarf : Stadt wertet Plattenbauten auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Geld aus dem Programm Soziale Stadt soll in Neu Zippendorf und im Mueßer Holz das Wohnen angenehmer werden

von
erstellt am 22.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Neu Zippendorf und das Mueßer Holz sind zwei Stadtteile „mit besonderem Entwicklungsbedarf“. Deshalb wurden sie in das Programm Soziale Stadt aufgenommen. Bund und Land unterstützen damit „die Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter und strukturschwacher Stadt- und Ortsteile“. Der Effekt für die beiden Plattenbau-Stadtteile: Es fließen Jahr für Jahr Hunderttausende von Euro.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung standen 2014 insgesamt 916 455 Euro zur Verfügung. Tatsächlich ausgegeben wurden davon 691 586 Euro. Eingesetzt wurde das Geld für die so genannte Wohnumfeldverbesserung, für Bauvorhaben, aber beispielsweise auch für die Öffentlichkeitsarbeit und das Stadtteilmanagement.

Seit 1999 ist Neu Zippendorf im Programm Soziale Stadt, 2002 kam das Mueßer Holz dazu. In beiden Stadtteilen wurde jeweils ein Stadtteilbüro eingerichtet und eine Stadtteilmanagerin eingesetzt. Das kostet pro Jahr immerhin 95 000 Euro. Dazu kommen von der Arbeitsagentur geförderte Mitarbeiter. Beide Einrichtungen sind Anlaufstelle für die Bürger, wenn sie Fragen oder Anregungen haben. Außerdem wird eine informative Stadtteilzeitung, der „Turmblick“, herausgegeben. Viermal im Jahr werden 8000 Exemplare gedruckt. Kosten: 40 000 Euro.

Knapp 16 000 Euro flossen in die Wohnumfeldverbesserung, also in die Gestaltung der Flächen zwischen den Wohnblöcken. Da sind allerdings gut 71 000 Euro weniger, als ursprünglich für 2014 geplant. „Das Geld ist jedoch nicht verloren“, sagt Reinhard Huß, der für das Programm Soziale Stadt in der Verwaltung zuständig ist. „Das Geld kann aber in den Folgejahren noch eingesetzt werden“, ergänzt der Stadtentwickler.

Die größte Summe, nämlich mehr als 141 000 Euro aus dem Programm Soziale Stadt, floss in die Gestaltung der Außenanlagen des Wohnviertels „Seeterrassen“ in Neu Zippendorf.

Auch Bauvorhaben wurden gefördert. In die Fassadensanierung des Hauses der Begegnung flossen knapp 6000 Euro, in die Sanierung der Turnhalle Hamburger Allee 85 000. Die Kita des Internationalen Bundes erhielt Geld für einen Geräteschuppen.

„Das Programm Soziale Stadt hilft uns sehr, Neu Zippendorf und das Mueßer Holz zu attraktiven und lebenswerten Stadtteilen zu machen“, sagt Chefstadtentwickler Andreas Thiele. „Die Aktivitäten, gerade der Stadtteilbüros und der sehr aktiven Vereine müssen aber auch dann weitergehen, wenn es kein Geld aus dem Fördertopf Soziale Stadt mehr gibt.“

Doch das könnte schwierig werden und bedarf offenbar eines besonderen Kraftaufwandes. Das zeigt sich in der Feldstadt. Dieser Stadtteil war ebenfalls im Programm Soziale Stadt. Viel Geld wurde ausgegeben, um das Viertel schön und das Zusammenleben der Einwohner interessant zu machen. Ein Stadtteilbüro war Anlaufstelle für die Bürger, es gab die Stadtteilzeitung „Feldstecher“ und der Querfeldverein organisierte Diskussionsrunden und Feste. Mit Erfolg: Die Einwohnerzahl in diesem Stadtteil ist gewachsen. Doch die Aktivitäten sind alle vorbei: Das Stadtteilbüro geschlossen, die Zeitung eingestellt, den Verein gibt es nicht mehr. „Wir hatten die Förderung zum Ende des Programms schon langsam herunter gefahren“, sagt Andreas Thiele. „Das Stadtteilbüro hat noch zwei Jahre weiter existiert. Aber ohne jede Förderung ging den Akteuren dann doch die Luft aus.“ Das dürfe in den Plattenbaugebieten nicht passieren, sagt der Stadtplaner.

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