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Schwerins Hochschulen : Stadt wartet auf 1000. Studenten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fünfte Hochschule soll im kommenden Jahr Studienbetrieb aufnehmen

„Die Hochschulen in der Stadt verdienen mehr Beachtung.“ Dieses Fazit zog Stefan Hill, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung des Vereins Pro Schwerin, nach einer Gesprächsrunde mit Dr. Joachim Wegrad, Vorsitzender des Fördervereins von Hochschulen in Schwerin. „Vor allem mittelständische Firmen sollten das Forschungspotenzial nutzen“, so Hill.

Aktuell gibt es in Schwerin vier Hochschulen: Die Fachhochschule des Mittelstands, die Hochschule der Agentur für Arbeit, die Design-Hochschule und die Fernhochschule Hamburg mit einem Studienzentrum, die aber nach Einschätzung von Joachim Wegrad von untergeordneter Bedeutung ist. Insgesamt gibt es an diesen vier Einrichtungen nicht einmal 1000 Studenten. „Es war eine Illusion zu glauben, dass wir 2020 drei bis viertausend Studenten in Schwerin haben werden“, so Wegrad. „Es ist ein Problem, Studenten für die Stadt zu gewinnen. Wir haben keine Tradition als Hochschulstandort.“ Der Vereinsvorsitzende hofft, im Herbst den 1000. Studenten begrüßen zu können.

Sollte das nicht klappen, so wird es 2017 wohl etwas. Denn im kommenden Jahr soll eine weitere Hochschule den Studienbetrieb aufnehmen: die Hochschule für Gesundheit und Soziales. „Die Akkreditierung durch das Bildungsministerium kommt voran“, so Joachim Wegrad. „Es sind aber noch einige Auflagen zu erfüllen.“ Nach seinen Angaben ist die Erstimmatrikulation von 60 Studierenden geplant.

Wegrad wies auch auf Probleme der Schweriner Hochschulen hin. Sie seien im Bewusstsein der Bürger noch nicht so recht angekommen. Und gerade die vorherrschenden kleinen Unternehmen sollten Vorteile aus einer Zusammenarbeit mit den Hochschulen ziehen. Außerdem lege die Verwaltung ihnen immer mal wieder Steine in den Weg. Als Beispiel nannte der Vorsitzende die Fachhochschule des Mittelstandes im alten Fridericianum. „Dort soll eine Informationsstele vor dem Haus aufgestellt werden. Doch seit zweieinhalb Jahren führt da kein Weg hin.“ Auch Fahnen vor dem Gebäude werden nicht gestattet. Begründung: der Denkmalschutz.

Wohnungen für Studenten gibt es derzeit noch genug. Allerdings möchte die jungen Leute vor allem im Stadtzentrum wohnen. „Die Hochschulen werden ihre Prognosen präzisieren und wenn sich ein Bedarf ergibt, will die Stadt nach geeigneten Wohnobjekten suchen“, sagt Wegrad. „Wir müssen auch das Argument eines attraktiven Wohnstandortes nutzen, um mehr Studenten nach Schwerin zu holen.

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erstellt am 17.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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