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Nicht ins Leere laufen : Stadt wächst in den Waisengärten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pläne und Konzept weitgehend deckungsgleich: Amtstraße wird zentrale Sichtachse und gibt vom Wasser Blick auf Schelfkirche frei

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2015 | 09:00 Uhr

Die Stadt wächst und sie wächst in Richtung Wasser – so wie sich das der ehrwürdige Hofbaurat Georg Adolph Demmler vor 150 Jahren erträumt hat. Mit den ersten Häusern in den Waisengärten wachsen indes auch bei einigen Schwerinern die Befürchtungen, dass dort planlos gebaut wird und der vor Jahren mit Bürgerbeteiligung entwickelte Masterplan vom Erschließungsträger LGE gekippt werde. Weichen tatsächlich die Bebauungspläne für die Waisengärten vom ursprünglichen Konzept ab?

„Nein“, sagt Stadtplaner Andreas Thiele, die Planungen seien weitgehend deckungsgleich. „Sie sind aus dem Flächennutzungsplan der Stadt Schwerin und dem Rahmenplan Werdervorstadt von 1997 entwickelt worden, die Wohnbebauung und Grünflächen vorsehen.“ Thiele erinnert an den Planungsprozess, der sehr transparent gelaufen sei: 2010 hatte die Grundeigentümerin LGE einen Masterplan Waisengärten erarbeiten lassen, der die Grundzüge und verschiedene Varianten einer möglichen Bebauung darstellt. Eine Projektgruppe Waisengärten unter breiter Beteiligung der Betroffenen und der Öffentlichkeit hat den Masterplan begleitet. Er wurde 2010 von der Stadtvertretung als Richtlinie beschlossen. Auf der Grundlage des Masterplans hat die LGE 2011 eine Planungswerkstatt „Südliche Werdervorstadt am Schweriner See“ ausgelobt. Aus diesem ‚Wettbewerb‘ mit Architekten, Landschaftsplanern und Investoren ist ein Siegerentwurf hervorgegangen, der nun über die Bebauungspläne umgesetzt wird.

„Vergleicht man die Bebauungspläne Nummer 75.10 ,An den Waisengärten‘ und Nummer 77.11 ,Alte Waisenstiftung‘ mit dem Ergebnis der Planungswerkstatt, so kann man eine hohe Deckung in der Umsetzung erkennen“, so Thiele.

Ein paar kleine Unterschiede gäbe es jedoch. Entgegen dem Siegerentwurf der Planungswerkstatt sollen die Gebäude hinter die 50-Meter-Uferschutzzone zurückgenommen werden – eine Forderung des Bauausschusses. Einzige Ausnahme bilden die beiden Kopfbauten am östlichen Endpunkt der Amtstraße. „Sie sollen städtebaulich den Auftakt des Siedlungsbereiches markieren. Denn ohne die straßenbegleitende Bebauung würde die Amtstraße ins Leere laufen.“ Für diese beiden und einen weiteren Baukörper wurde jedoch festgelegt, dass die Geschosshöhe von vier auf drei reduziert wird. Es könne also keine Rede davon sein, dass ein Bebauungsbeschluss wirtschaftlichen Interessen geopfert werde. „Priorität haben städtebauliche Gesichtspunkte.“ Die öffentliche Zugänglichkeit des Ufers werde durch die Bebauungspläne ebenfalls gesichert. „Die Verlängerung der Schlosspromenade für alles das, was im B-Plan-Gebiet liegt, wird in dem Erschließungsvertrag geregelt. Der Weg wird von der LGE hergestellt und finanziert werden“, betont Stadtplaner Thiele.



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