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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 09:22 Uhr

Wohnen am Wasser : Stadt vergoldet Möbelwerke-Areal

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Verwaltung leitet ein B-Plan-Verfahren für das Gelände am Ziegelaußensee ein, sucht aber vergeblich Kontakt zum Privateigentümer

von
erstellt am 06.Jun.2014 | 11:00 Uhr

Die verfallenden Baracken auf dem ehemaligen Gelände der Möbelwerke und der einstigen Spezialbau GmbH stehen in 1A-Lage – direkt am Ziegelaußensee, zentral und dennoch mitten im Grünen. Die Stadt möchte das Areal an der Ecke Möwenburg- und Wismarsche Straße jetzt „vergolden“, wie es Stefan Schlick, stellvertretender Leiter des Liegenschaftsamtes, nennt. „Wir befinden uns im so genannten B-Plan-Verfahren, an dessen Schluss wir die baurechtlichen Voraussetzungen für künftige Wohngebäude auf der Fläche schaffen.“ Da auf dem Gelände bislang eine „ungeklärte planungsrechtliche Situation“ herrscht, wie es in der Beschlussvorlage heißt, würde das Areal quasi über Nacht im Wert steigen – aber verknüpft mit einer Auflage, die nur Wohngebäude zulasse. Finden die B-Pläne eine Mehrheit in der Stadtvertretung, sind künftige Bauprojekte auf dem Areal an diese gebunden.

Grundstücke wie das der ehemaligen Möbelwerke in direkter Wasserlage sind in Schwerin zwar nachgefragt, dennoch rollen auf der Gewerbebrache wohl noch lange keine Bagger. Das Hindernis ist der Eigentümer. Das Gelände ist Privatbesitz und gehört einem älteren Herren Mitte 80, der in der Schweiz lebt und „einfach schwer zu erreichen ist“, so Schlick. „Wir wollen ihm mit dem Bebauungsplan einen Anreiz liefern, aber wir können ihn zu nichts überreden.“ Schon in den vergangenen zehn Jahren hatte Schwerin mehrmals den Kontakt gesucht, der sich aber schon immer schwierig gestaltete (SVZ berichtete). Zwar dauerte auch die Entwicklung der Waisengärten zum Wohnbauprojekt mehr als fünf Jahre, bei dem Areal der ehemaligen Möbelwerke scheint sich das noch länger hinzuziehen. Auch der inzwischen leer gezogene ehemalige Edeka-Supermarkt soll nach den Entwürfen kein neuer Einzelhandelsstandort werden.

Im hinteren Geländeteil hin zum Ziegelaußensee sind Wohngebäude vorgesehen, wo früher Möbel hergestellt wurden und die Spezialbau GmbH ihren Sitz hatte. Das Gelände liegt seit den 1990er Jahren zum Großteil brach, vermüllt und verwahrlost. Die Hallen entlang der Möwenburgstraße werden von Bootsbesitzern und Firmen genutzt. Auf den ungenutzten Flächen türmen sich die Müllberge, es riecht streng. Den Gebäuden fehlen die Fensterscheiben. „Dort muss langfristig etwas geschehen, das Grundstück ist zu attraktiv, um zu verwahrlosen“, sagt Schlick.

 

 

 

 

 

 

 

 

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