Kultur : Stadt und Land retten das Theater

Das Weihnachtsmärchen „Die Schneekönigin“  hat dem Theater 25 000 Besucher gebracht.
Das Weihnachtsmärchen „Die Schneekönigin“ hat dem Theater 25 000 Besucher gebracht.

Zielvereinbarung zwingt Bühne auf Sparkurs und zum Personalabbau, aber sichert langfristig die Zukunft des Hauses

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27. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Das große Zittern ist vorbei, mit dem das zu Ende gehende Jahr für viele Kulturmacher in der Landeshauptstadt begonnen hatte. Sowohl die städtischen Kultureinrichtungen als auch die großen kulturellen Leuchttürme sind in sicherem Fahrwasser, allerdings zum Preis eines regiden Sparkurses.

Nach jahrelangem Tauziehen um das Theater hat die Landeshauptstadt mit dem Land eine Zielvereinbarung für das Haus geschlossen, die auf der einen Seite massive Einsparungen und Personalabbau vorsieht, aber im Gegenzug langfristig die Zukunft der Bühne als Staatstheater Mecklenburg sichert. Damit kann Schwerins kultureller Leuchtturm auch weiterhin strahlen.

So blickt der Generalintendant und Geschäftsführer der gemeinnützigen Theater GmbH, Joachim Kümmritz, denn auch relativ zufrieden auf das schwierige Jahr zurück: „Wir liegen mit knapp 180 000 Besuchern zwar etwas unter den Zahlen des Vorjahres, aber das ist den Sparmaßnahmen geschuldet: „Wir betreiben das Werk 3 seit dieser Spielzeit nicht mehr selbst und damit fehlen diese Besucher in unserer Statistik. Auch im Puppentheater mussten wir reduzieren“, berichtet Kümmritz. Dadurch sank die Zahl der Vorstellungen, die das Theater in Schwerin anbieten konnte, um insgesamt etwa 140 im Vergleich zum Vorjahr, allerdings handelte es sich um die kleinsten Spielstätten.

Kümmritz blickt dennoch optimistisch in die Zukunft und bringt gleich noch eine Erfolgsmeldung: „Dafür hatte das Weihnachtsmärchen 25 000 begeisterte Besucher jeden Alters und damit eine Auslastung von 98 Prozent. Das ist meines Erachtens Weltrekord“, verkündet der Intendant. Damit tröstet er sich über die bitteren Einschnitte hinweg, die zum Beispiel dazu führten, dass beim Ballett „Der Nussknacker“ nicht die Musiker der Staatskapelle spielen konnten, sonder die Musik vom Band kam.

Um die Einnahmesituation des Hauses zu verbessern, prüft die Intendanz dank der Unterstützung der Theaterfreunde, die Schlossfestspiele künftig witterungsunabhängig zu machen. Die Zuschauertribünen auf dem Alten Garten sollen mit Sonnensegeln oder Riesenschirmen überdacht werden. In diesem Jahr waren insgesamt 32 000 Besucher zu den 23 Aufführungen von „Nabucco“ gekommen. Im nächsten Jahr steht die Verdi-Oper „La Traviata“ auf dem Programm.

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