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Schwerin: Neubau-Pläne gestoppt : Stadt sucht Brückenschlag zur Krösnitz

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Dem Zehn-Millionen-Euro-Sparpaket Schwerins fielen auch die Neubaupläne der maroden Überführung über die Ludwigsluster Chaussee zum Opfer. Anwohner, Politik und Verwaltung diskutieren nun über Lösungen nach einem Abriss.

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erstellt am 16.Apr.2013 | 07:33 Uhr

Ostorf | "Der Neubau der Stadionbrücke ist vom Tisch, wir warten auf die alternative Lösung der Verwaltung", sagt Gerhard Reichert. Der Vorsitzende des Ortsbeirates Gartenstadt, Ostorf fügt sich zwar dem Zehn-Millionen-Euro-Sparpaket Schwerins, dem auch die Neubaupläne der maroden Überführung über die Ludwigsluster Chaussee zum Opfer fielen. Allerdings bleibt für den Schweriner ein Neubau die beste Lösung. Kosten: 4,8 Millionen Euro. Die Stadt rechnet mit rund drei Millionen Euro Fördermitteln.

In eine andere Kerbe schlägt die Schwerinerin Sabine Beck, Stellvertreterin von Gerhard Reichert: "Es gibt mit Ampellösung, Kreisverkehr, schmaler Rad- und Fußgängerbrücke genügend Alternativen, die den Neubau überflüssig machen." Kosten: 400 000 bis 1,9 Millionen Euro.

Eine Lösung muss her, denn die Zeit drängt. Die Stadtverwaltung will die Stadionbrücke 2014 komplett sperren. "Die Überführung kann dann kaum noch ihr Eigengewicht tragen", sagt Schwerins Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. Dann muss die Überführung weg und eine Alternative her - oder eben nicht. Die Brücke würde zwar nicht sofort zusammenbrechen, unterbricht dann aber den fließenden Verkehr an einem der meist frequentierten Verkehrsknotenpunkte. Täglich rollen 25 000 Autos über die und auf der Ludwigsluster Chaussee. Etwa 50 Fußgänger pro Stunde und eine Buslinie nutzen die Brücke. Sie ist der kürzeste Weg zwischen Krösnitz-Halbinsel und Straßenbahnhaltestelle Ostorf. Der Leiter des städtischen Amtes für Verkehrsmanagement, Dr. Bernd Smerdka, ergänzt: "Das Gewicht des Verkehrs, ob Fußgänger oder Bus, spielt in dem Fall keine Rolle."

Im Gespräch ist jetzt der komplette Abriss der Brücke, der laut Verwaltung etwa eine halbe Million Euro kostet. Alternativ dazu könnte eine Fußgängerbrücke den Passanten die Querung der sechsspurigen Ludwigsluster Chaussee ermöglichen. Die Varianten, die Brücke durch Kreisverkehre oder Ampeln zu ersetzen, kritisieren die Verkehrsexperten der Verwaltung. Diese Lösungen würden einerseits den Verkehrsfluss stören und andererseits die Lärmbelastung vor allem für die Krösnitzer erhöhen, heißt es. Allerdings halten sich die Investitionen mit 1,9 Millionen Euro für zwei Kreisverkehre und bis zu 1,8 Millionen Euro für Ampelkreuzungen im Rahmen. Ob und wie viel Fördermittel es gibt, ist offen. Auch bei den jährlichen Unterhaltungskosten würde die Stadt sparen. Ein Brückenneubau verursacht jedes Jahr Kosten von rund 33 000 Euro, Kreisverkehre etwa 8000 Euro und Ampeln je nach Variante bis zu 12 000 Euro. Der von der Verwaltung favorisierte Vorschlag sieht eine Fußgängerampel zur Straßenbahnhaltestelle Ostorf vor sowie zwei Ampelkreuzungen. Weiterhin steht eine Absenkung des Tempos von jetzt 60 auf 50 Kilometer pro Stunde auf der Ludwigsluster Chaussee zur Debatte.

Die Diskussion über die Zukunft der Stadionbrücke spaltet auch die Fraktionen. "Wir brauchen einen Neubau", sagt der Leiter des Bauausschusses Dr. Hagen Brauer (CDU) und wendet sich damit gegen den Vorschlag seiner eigenen Partei. Die Fraktionen von CDU/FDP, SPD-Grüne und den Unabhängigen Bürgern lehnen einen Neubau geschlossen ab. Bis 2014 haben Politik und Verwaltung noch Zeit, sich für eine Alternative zu entscheiden.

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