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Platznot in Schwerin : Stadt streicht Parkplätze auf Höfen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weil Bauherren mehr Stellplätze hinter ihren Mietshäusern gebaut haben als genehmigt, kommen immer mehr Autos auf die Straßen

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Paula Ahrends* ist sauer. Jahrelang konnte sie ihr Auto auf dem Hof ihres Mietshauses in der Walther-Rathenau-Straße abstellen. Das ist jetzt vorbei. „Die Stadtverwaltung hat das untersagt. Jetzt kommen noch mehr geparkte Autos auf die öffentlichen Straßen“, sagt sie.

Ähnlich sieht es in anderen Straßen aus. „Teilweise sind die Höfe zu 100 Prozent versiegelt worden, um Stellplätze zu schaffen“, sagt Stadtplanungsamtsleiter Günter Reinkober. „Das ist so aber nie genehmigt worden.“ Dabei hatte die Stadt schon mehr Stellplätze genehmigt, als ursprünglich da waren.

„Einige Bauherren haben es dann aber übertrieben.“ Üblich sei es, dass in einem Wohngebiet am Stadtrand etwa 40 bis 60 Prozent der Grundstücksfläche versiegelt werden, in der Innenstadt sind bis zu 70 Prozent möglich. „Einige Hauseigentümer sind aber weit darüber hinaus gegangen. Das betrifft beispielsweise die Schelfstraße oder die Werderstraße. Dort sind seit den 90er Jahren schon Gerichtsverfahren gelaufen“, so Reinkober.

Der Stadtplaner wehrt sich aber gegen den Vorwurf, die Stadt würde systematisch nach Verstößen gegen die Genehmigungen fahnden. „Dafür haben wir gar keine Zeit“, sagt Günter Reinkober. „Wir werden immer nur aktiv, wenn wir auf Ungereimtheiten hingewiesen werden.“ Da gibt es wohl Nachbarn, die sich durch die morgens vom Hof fahrenden Autos gestört fühlen oder es ist der Neid derjenigen, die keinen Stellplatz abbekommen haben.

Dass die Autos nicht mehr auf dem Hof stehen dürfen, führt zu noch größerer Enge auf den Straßen. Doch das will Stadtplaner Reinkober nicht gelten lassen. „Es gibt genügend Parkplätze in der Grünen Straße und derzeit auch noch auf dem alten Klärwerksgelände in der Bornhövedstraße.“ Doch wer mit seinem Wochendeinkauf nach Hause kommt, der möchte seine Einkaufstüten wohl kaum noch einige hundert Meter schleppen.

(* Name von der Redaktion geändert) 

 

 

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