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14. Dezember 2017 | 11:26 Uhr

Schwerin : Stadt stoppt Preiskampf am Wasser

vom

Preiskampf um Bootshäuser zwischen Zippendorf und Mueßer Bucht: Als Schwerin ein Wassergrundstück vom Land kaufen wollte, schlugen die Bootsbesitzer Alarm. Dadurch wurden die Preise kurzzeitig in die Höhe getrieben.

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2012 | 09:15 Uhr

Schwerin | Preiskampf um Bootshäuser zwischen Zippendorf und Mueßer Bucht: Als Schwerin ein etwa 20 000 Quadratmeter großes Wassergrundstück vom Land kaufen wollte, schlugen die Bootsbesitzer Alarm. "Sie waren selbst am Erwerb von Grund und Boden interessiert", sagt Stefan Schlick, Abteilungsleiter Liegenschaften der Stadt. Das habe die Preise kurzzeitig in die Höhe getrieben. "Genau das wollen wir verhindern."

Schwerin hat eine Monopolstellung inne. Die Stadt verpachtet bislang nahezu als alleiniger Anbieter Bootshäuser im Stadtgebiet. Damit garantierte sie, "Preise für Erholungs- und Freizeitgrundstücke langfristig stabil zu halten", wie es in einem verwaltungsinternen Schreiben heißt. Aus diesem Grund griff die Stadt auch im Falle der Zippendorfer Bootshäuser zu. "Wir wollen die Preise moderat halten, um auch ,Otto Normal die Nutzung eines Bootshauses zu ermöglichen", sagt Schlick. Grundstücke am Wasser würden in Schwerin teuer gehandelt. "Als die Bootshausbesitzer ebenfalls Interesse am Grundstückskauf gezeigt hatten, schossen die Preise nach oben", erklärt er auch mit Blick in die Werdervorstadt weiter.

Dort hatte Schwerin vor Kurzem die so genannten Fokkerhallen in der Bornhövedstraße gekauft. "Wir wollen dort allen Schwerinern den Zugang zum Wasser ermöglichen und eine Marina entwickeln", sagt Schlick. Die Stadt plant die Hafenanlage auf dem angrenzenden ehemaligen Klärwerksgelände zu errichten.

Von der Monopolstellung will Schwerin aber auch profitieren. So plant die Stadt, Bootshausbesitzern die Grundstückspacht deutlich zu erhöhen. Vom Jahr 2013 an sollen Pächter von so genannten Freizeit- und Erholungsgrundstücken bis zu 3,40 Euro pro Quadratmeter und Jahr zahlen - je nach Lage und Nutzung. Damit differenziert die Verwaltung eigenen Angaben zufolge die Mieten erstmals nach Lage. Bislang wird im Allgemeinen ein Euro fällig, und Inhaber von DDR-Altverträgen zahlen zurzeit noch weniger (SVZ berichtete). Die Preiserhöhung würde der Landeshauptstadt nach Schätzungen pro Jahr bis zu 155 000 Euro mehr in die Kasse spülen. In den Fachausschüssen der Stadtvertretung wurden die Pläne bislang zwar wohlwollend aufgenommen. Dennoch schätzt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, dass die Verwaltung damit "ein heißes Eisen" anpackt. Immerhin befindet sich in der Stadt der Seen Am Stangengraben auch Europas größte zusammenhängende Bootshausanlage. Doch die Pachten in Schwerin liegen auch nach der Erhöhung deutlich unter denen anderer Standorte. So zahlen Bootshausbesitzer in Plau am See bis zu fünf Euro pro Quadratmeter und Jahr.

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