Bildung in Schwerin : Stadt sichert ihre Berufsschulen

Ob die Fachpraktikerausbildung an der Berufsschule Technik bleibt, ist noch nicht klar.
Ob die Fachpraktikerausbildung an der Berufsschule Technik bleibt, ist noch nicht klar.

Drei regionale Bildungszentren in neuer Planung festgeschrieben / Ausbildung der Bautechniker und Fachpraktiker aber ungewiss

von
31. März 2016, 05:00 Uhr

Die Berufsschulen der Stadt haben Zukunft. Mit der Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung bis zum Jahr 2018 sind die unter dem neuen Namen Regionales Berufsschulzentrum geführten Schulen Technik, Gesundheit und Sozialwesen sowie Wirtschaft und Verwaltung mit derzeit mehr als 1000 Schülern gesichert.

Dennoch gibt es bei Fachgruppenleiterin Manuela Gabriel wie auch bei Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow keinen Grund zum Jubeln. „Wir sehen die Vorlage mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt die Oberbürgermeisterin. Denn die Zukunft der bautechnischen Berufe in Schwerin ist ebenso in Gefahr wie die der Fachpraktiker. Bei den Bautechnik-Berufen fehlen seit Jahren einfach die Schüler. Azubis in den Bauberufen Hochbau und Ausbau lernen deshalb bereits seit Jahresbeginn in Rostock. Ausgenommen sind die angehenden Dachdecker. Ob die Azubis im Tiefbau in Schwerin über das laufende Schuljahr hinaus lernen dürfen, ist noch offen.

Ähnlich ist es bei den Fachpraktikern. Die Ausbildung will das Bildungsministerium generell an die Standorte verlegen, wo auch die reguläre Ausbildung für den jeweiligen Beruf angeboten wird. So ist es unklar, ob die Ausbildung zum Hauswirtschaftshelfer auch weiterhin in Schwerin stattfinden kann. Denn der Vollberuf des Hauswirtschafters wird in Parchim gelehrt. Auch die Fachpraktiker-Ausbildung in der Holzbearbeitung habe laut der Fachgruppenchefin wohl keine Zukunft in der Landeshauptstadt. Die Azubis müssten dann die Schule wechseln und in Hagenow die Schulbank drücken. Gesichert bleibt dagegen die Ausbildung zum Verkaufshelfer. Im Gegensatz zu den anderen Ausbildungen mit sozialpädagogischem Förderbedarf ist dieser Bildungsbereich nicht am Berufsschulzentrum Technik angesiedelt, sondern an der Schule für Wirtschaft und Verwaltung.

Die IHK und die Handwerkskammer haben der Schulplanung bereits zugestimmt. Kritik gibt es dagegen vom Stadtelternrat und von der Schulkonferenz der Technik-Schule. „Durch die engen Kontakte unserer Lehrkräfte mit den Ausbildungsbetrieben ist uns bekannt, dass die Firmen insbesondere durch den neuen Berufsschulstandort in Rostock nur schwer geeignete Auszubildende finden“, so die Vorsitzende der Schulkonferenz, Gabriele Uschner. Sie fordert zudem eine Konzentration der Fachpraktikerausbildung in Schwerin. Der Berufsschulstandort Schwerin sei zum einen gut erreichbar und halte zum anderen in ausreichender Zahl pädagogisch gut geschultes Personal vor.

Der Stadtelternrat kritisiert, dass es zu seinen aufgeworfenen Fragen „bislang von Seiten der Verwaltung keine vollständige und umfassende Beantwortung“ gäbe. Ein Gespräch mit Manuela Gabriel sei für kommende Woche avisiert.

Die Schulentwicklungsplanung für die Berufsschulen wird jetzt in den politischen Gremien diskutiert. Anregungen des Stadtelternrates sollen dort einfließen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen