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Kinderbetreuung in Schwerin : Stadt setzt auf Tagesmütter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bessere Konditionen für Betreuer als Alternative zur Kita erst der Anfang / Platz-Bedarf mit Kitas nicht zu decken

von
erstellt am 14.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Die 69 Tagesmütter und -väter in der Landeshauptstadt bekommen etwas mehr Geld für ihre Arbeit. Auch wenn es aus deren Sicht immer noch nicht genug ist, um die Kosten zu decken, ist es doch auch eine Wertschätzung der Stadtspitze, die die Betreuer bislang so nicht erfahren haben. Und das kommt nicht von ungefähr: „Wir brauchen die Tagespflegepersonen, um dem Bedarf gerecht werden zu können“, sagt Sozialdezernent Andreas Ruhl im SVZ-Gespräch.

Denn noch nie war es so schwierig, eine verlässliche Bedarfsplanung vorzulegen. Schwerin verzeichnet seit Monaten einen Zuzug junger Familien mit Kindern und auch die Zuwanderung von Flüchtlingen erfordert zusätzliche Betreuungskapazität. „Aber niemand kann genau sagen, wie viele Plätze wir benötigen. Es gibt keine belastbaren Zahlen.“ Fakt sei aber bereits jetzt: Mit dem vorhandenen Kita-Angebot wird es nicht getan sein. „Mit den baulichen Angeboten können wir gar nicht hinterherkommen“, gibt Ruhl zu, obwohl bereits jetzt Kita-Neubauten und Erweiterungen auf dem Plan stehen. „Wir kommen also gar nicht umhin, stärker mit den Tagespflegepersonen zusammenzuarbeiten.“

Erste Ansätze gibt es bereits. So sei laut Ruhl ein Jour fix zwischen Verwaltung und Tagesmüttern eingerichtet, also regelmäßig stattfindende Treffen. „Auch haben wir ein Verfahren entwickelt, wie die Sachkosten besser dokumentiert werden können“, berichtet der Dezernent. Das war in der Abrechnung der Tagesmütter immer wieder ein Kritikpunkt ihrer Vergütung. Es bleibt allerdings das Problem, dass Tagesmütter entgegen den Kita-Erzieherinnen keine staatlich anerkannte Ausbildung vorweisen müssen. Eine adäquate Vergütung sei daher nur schwerlich möglich, so Ruhl. Doch genau das fordern die Tagesmütter.

Die Zusammenarbeit der Stadt mit den Tagesmüttern soll das nicht trüben, hofft der Vize-Oberbürgermeister. Denn um die Betreuungsquote in Schwerin zu erhöhen, kommt die Verwaltung nicht an den Tagesmüttern vorbei. Und die haben in den vergangenen Jahren immer mehr zu tun bekommen: Wurden 2012 von ihnen noch 243 Mädchen und Jungen betreut waren es im Juni dieses Jahres schon 307. Deshalb ist es kein Wunder, dass Tagesmütter in der Kita-Bedarfsplanung, deren Fortschreibung jetzt den Stadtvertretern vorgelegt wird, eine deutlich größere Rolle spielen als bisher.


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