Sanierung in Sicht : Stadt rechnet Berliner Platz runter

Die Sanierung des Berliner Platzes soll die Dreescher Stadtteile aufwerten, doch die Kosten  werden immer wieder zum Streitpunkt.
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Die Sanierung des Berliner Platzes soll die Dreescher Stadtteile aufwerten, doch die Kosten werden immer wieder zum Streitpunkt.

Baupolitiker zufrieden: Nach anfänglicher Kritik senkt die Stadt angesetzte Kosten auf dem Papier um 135 000 Euro und hält an Sanierungsplänen fest

svz.de von
18. Dezember 2013, 22:00 Uhr

Bekommen die Dreesch-Bewohner bald einen neuen Berliner Platz? Die Stadtverwaltung hält jedenfalls weiterhin an der umstrittenen Sanierung des Platzes im Herzen der drei Stadtteile Neu Zippendorf, Mueßer Holz und Großer Dreesch fest und scheint jetzt auch die Stadtpolitik überzeugen zu können. Der Bauausschuss stimmte den überarbeiteten Plänen mit sieben Ja- und einer Nein-Stimme zu. Zuvor hatte das Bauamt seine Hausaufgaben gemacht: „Wir haben die Kosten um 135 000 Euro auf 1,23 Millionen Euro gesenkt“, sagte Bauamtsleiter Dr. Günter Reinkober und verwies auf die detaillierte, acht Seiten starke Einzelkostenaufstellung. „An den Plänen hat sich grundsätzlich nichts geändert, allerdings haben wir die Finanzierung überarbeitet.“

Nach heftiger Kritik hat das Bauamt versucht, die Rechnung zu korrigieren, bleibt allerdings in Teilen hinter den Forderungen der Stadtparlamentarier zurück. So sinken sie Anliegerbeiträge der kommunalen Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) von ursprünglich rund 400 000 Euro auf 190 000 Euro, wie aus der Beschlussvorlage hervor geht. Allerdings hatten die Kommunalpolitiker eine Deckelung der WGS-Beiträge auf 100 000 Euro zur Bedingung gemacht, um das bereits angeschlagene Wohnungsunternehmen finanziell nicht zu überfordern. „Wir haben schon Kredite über einen dreistelligen Millionenbetrag zu laufen“, sagte der damalige Geschäftsführer Guido Müller. Es handele sich um eine Summe, die auch aus Fehlentscheidungen der Stadt in der Vergangenheit resultiere. Die Beiträge für alle Anlieger, also Stadt, WGS und private Eigentümer, belaufen sich Reinkober zufolge aktuell auf rund 270 000 Euro.

Parallel sinken allerdings – wie versprochen – die Umbaukosten für die Stadt von 389 000 Euro auf 340 000 Euro. Das geht aus einer Aufstellung von Reinhard Huß, Sachbearbeiter der Stadtverwaltung, hervor. Und ein weiterer Trick funktioniert: Die ohnehin anstehende Neugestaltung der Fläche Astrid-Lindgren-Schule wird in die Baumaßnahme „Berliner Platz“ integriert, Mittel und Arbeiten effektiv zusammengeführt und die Höhe der Anliegerbeiträge minimiert. Abzüglich des städtischen Anteils von der Gesamtsumme rechnen die Baufachleute außerdem mit knapp 530 000 Euro Städtebaufördermitteln von Land und Bund.

So ist es der Schweriner Stadtverwaltung gelungen, mit Zahlenspielereien und einigen Tricks die Sanierungskosten um etwa zehn Prozent zu senken und die Belastungen neu zu verteilen. Die hohe Gesamtsumme war der Knackpunkt, die das Projekt „Berliner Platz“ bislang wanken ließen. Anfang dieses Jahres war das Bauvorhaben sogar fast komplett dem Rotstift zum Opfer gefallen, als das Stadtparlament das Zehn-Millionen-Euro-Sparpaket geschnürt hatte.

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