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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 12:27 Uhr

Vogelschutz : Stadt plant neue Bootsstege

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gutachten: Vogelwelt der Schweriner Seen wird durch mehr als 450 zusätzliche Liegeplätze nicht beeinträchtigt

von
erstellt am 08.Jul.2015 | 10:30 Uhr

Bricht an den Ufern der Schweriner Seen jetzt das große Stegbaufieber aus? Der Eindruck könnte entstehen, wenn man das neueste „Fachgutachten zur FFH-Verträglichkeit“ für die „Errichtung von Steganlagen in den Schweriner Seen“ liest. Auf 223 Seiten sind in dem 30 000 Euro teuren Papier insgesamt 15 Standorte für Stege und Anleger und Standorte für Wassertankstellen untersucht worden.

Anlass für die Erarbeitung des Gutachtens war der Rechtsstreit um den Schlossbuchtanleger. Dessen Bau war bereits 2012 vom Verwaltungsgericht nach einer Klage des BUND gestoppt worden. Und das Oberverwaltungsgericht forderte ein umfassendes FFH-Gutachten. Diese Expertise wurde vom Kieler Institut für Landschaftsökologie erarbeitet und jetzt vorgelegt. Untersucht werden darin die Auswirkungen auf die Vogelwelt, die die Anleger mit ihren insgesamt 451 Liegeplätzen hätten, wenn sie denn alle gebaut würden.

Nach detaillierten Untersuchungen für jede einzelne Vogelart kommt das Gutachten zu der abschließenden Feststellung: „Im Ergebnis, auch mit weiteren kumulierenden Vorhaben, sind keine Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des Europäischen Vogelschutzgebietes Schweriner Seen durch die Umsetzung der Steganlagen und Wassertankstellen des Tourismuskonzeptes der Landeshauptstadt Schwerin, zu prognostizieren.“

Erarbeitet wurde das Gutachten hauptsächlich für den Schlossbuchtanleger. „Weil wir in den kommenden Jahren weitere Stege bauen wollen, haben wir deren Standorte gleich mituntersuchen lassen“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Ich gehe davon aus, dass wir mit diesem sehr umfangreichen Gutachten vor Gericht bestehen können und als erstes den Anleger in der Schlossbucht bauen können.“

Ob die Umweltverbände, denen das Gutachten jetzt zur Prüfung vorliegt, die Aussagen akzeptieren, bleibt abzuwarten. Ebenso das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes. Denn schon vor Jahren hieß es in einem Gutachten zum Schweriner See, dass die Zahl der Boote die zu akzeptierende Größe erreicht habe. Jetzt sollen noch einmal mehr als 450 Liegeplätze dazu kommen. In einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Frage der bündnisgrünen Fraktion hieß es, dass gar nicht bekannt sei, wie viele Boote auf den Schweriner Seen unterwegs sind. Dennoch gibt es nun die Aussage der Expertise: 450 zusätzliche Liegeplätze haben keine Auswirkungen für die Vogelwelt.

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