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Schwerin will Nachfrage befriedigen : Stadt plant 840 Baugrundstücke

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Mehr als 4000 Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sind in Schwerin seit der Wende entstanden. Die Nachfrage ist ungebrochen. Die Landeshauptstadt legt nach und will noch einmal etwa 840 Baugrundstücke ausweisen.

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erstellt am 01.Apr.2012 | 07:03 Uhr

Schwerin | Heute ist das Eigenheim das, was in der ehemaligen DDR der Plattenbau war: der Wohntraum der Durchschnittsfamilie. Mehr als 4000 Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sind in Schwerin seit der Wende entstanden. Die Nachfrage ist ungebrochen. Aus diesem Grund legt die Landeshauptstadt nach und will in den kommenden Jahren noch einmal etwa 840 Baugrundstücke ausweisen. Das sagt Schwerins Bauamtsleiter Dr. Günter Reinkober. So viel Land sei realisierbar. Mehrere Areale existieren bereits auf den Reißbrettern der Stadtplaner, müssen noch erschlossen werden. Demnach ist in Friedrichsthal Platz für 90 Wohneinheiten, im Wohngebiet am Lankower See für 200, auf dem Gelände der ehemaligen Polizei etwa 100 und in den ehemaligen Waisengärten rund 250. Aber die Zeit drängt, die Nachfrage steigt. Der Wohnungsmarkt in Schwerin verändert sich rasch.

Nur noch wenige Wohnungen und Grundstücke im Stadtgebiet stehen zum Verkauf. Am Ziegelinnensee sind von 370 Wohnungen zwar noch 110 auf dem Markt, doch in anderen Arealen sieht es schlechter aus. Auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei sind nur noch sechs von 180 Grundstücke auf dem Markt. Auf dem Silberberg in Warnitz gibt es kein frei bebaubares Fleckchen mehr. Im beliebten Mühlenscharrn sind fast alle Grundstücke vergriffen. Im dritten Bauabschnitt der Neuen Gartenstadt sind noch 21 von 250 Flächen zu bekommen.

Obgleich des sinkenden Angebots befürchtet Reinkober nicht, dass Häuslebauer ins Umland abwandern. "Die Menschen suchen die Nähe zum Zentrum und zur Infrastruktur der Stadt", sagt er. Auch wenn sie dafür tiefer in die Tasche greifen müssen. Von 60 Euro pro Quadratmeter bis hin zu mehr als 200 Euro können Grundstückskäufer in Schwerin hinlegen. Außerdem zieht es viele Menschen nicht nur von der Platte ins Eigenheim, sondern auch zunehmend in die eigene Wohnung - wichtig ist das Label "eigen".

Schuld sind nach Einschätzung von Reinkober die Finanz- und Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre. Die Menschen suchen nach Sicherheit. Immobilien gelten zumindest als sichere Geldanlage und private Altersvorsorge. Und in Schwerin ist das Eigenheim noch erschwinglich, wenn auch nicht so kostengünstig wie im Umland. "Häufig befindet sich das Bauland dort auf der grünen Wiese, und eine Erschließung ist preiswerter als in der Stadt, wo Käufer zunächst alte Leitungen und Reste älterer Bebauung entfernen müssen, bevor sie den Grundstein setzen können", erklärt Reinkober. Wie viel Häuslebauer dann in ihren Wohntraum stecken sei abhängig vom Geldbeutel. "Das reicht von Häusern von der Stange bis hin zu Architektengebäuden, die mehr als 700 000 Euro kosten", so der Bauamtsleiter.

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