Bürgerforum in Schwerin : Stadt nimmt weiter Flüchtlinge auf

<p>Versammlung in der Lankower Grundschule: Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow erläuterte heute Abend vor rund 300 Zuhörern die aktuelle Situation der Zuwanderung von Flüchtlingen in der Stadt und beantwortete die Fragen der Bürger.</p>

Versammlung in der Lankower Grundschule: Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow erläuterte heute Abend vor rund 300 Zuhörern die aktuelle Situation der Zuwanderung von Flüchtlingen in der Stadt und beantwortete die Fragen der Bürger.

Oberbürgermeisterin rechtfertigt Entscheidung für ehemalige Comeniusschule als Notunterkunft

svz.de von
18. September 2015, 20:54 Uhr

Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) ließ an der Position der Stadt keinen Zweifel: „Wir wollen den Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf bieten“, sagte die Verwaltungschefin gestern Abend beim Bürgerforum in der Lankower Grundschule. Zugleich rechtfertigte sie die Entscheidung der Stadt, die ehemalige Comeniusschule als Notunterkunft für Asylbewerber  zur Verfügung zu stellen. „Die alte Schule ist das einzige kommunale Gebäude, das als eine solche Einrichtung infrage kommt“, so Gramkow vor rund 300 Zuhörern.

Knapp 160 Asylbewerber werden derzeit in der Notunterkunft in der Ratzeburger Straße betreut. „Die Menschen sind dankbar für die Hilfe, die sie bei uns bekommen“, berichtete die Oberbürgermeisterin. Nach ihren Angaben hat die Landeshauptstadt in diesem Jahr bereits rund 280 anerkannte Flüchtlinge aufgenommen, die in knapp 80 Wohnungen im Mueßer Holz, auf dem Großen Dreesch, in Lankow und in Krebsförden  einquartiert seien. Bis Ende des  Jahres rechne Schwerin mit knapp 180 weiteren Zuwanderern. Rund 860 Flüchtlinge würden im nächsten Jahr in die Stadt kommen, kündigte Gramkow an. „Es gibt in Schwerin genügend freien Wohnraum, um alle Menschen unterzubringen“, betonte sie.

In der Bürgerversammlung freilich musste sich die Oberbürgermeisterin einige kritische Fragen gefallen lassen. Die Stadt habe nicht rechtzeitig über ihre Pläne für eine Notunterkunft informiert, hieß es. Vom Versagen der europäischen Politik in der Flüchtlingspolitik insgesamt war sogar die Rede. „Wir haben Ängste, weil wir nicht wissen, wer da zu uns kommt“, sagte eine Bürgerin. Gramkow versuchte zu beruhigen: „Jeder Flüchtling wird registriert.“

Den Flüchtlingen zu helfen, sei eine Frage der inneren Haltung, erklärte Landtagsabgeordnete Jörg Heydorn (SPD). Und so signalisierten auch Teilnehmer der Bürgerversammlung ihre Bereitschaft, die  Asylbewerber zu unterstützen. Entsprechende Kontaktadressen gäbe es auf der Internet-Seite der Stadt unter www.schwerin.de, hob die Oberbürgermeisterin hervor.

Sowohl der Bereich um die Notunterkunft in Lankow als auch das Gebiet um die Erstaufnahmestelle in Stern Buchholz würden regelmäßig von Beamten bestreift, versicherte Schwerins Polizeichef Ingo Renk. Bislang seien der Polizei keine Sicherheitsprobleme bekannt.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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