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Schweriner Immobilien : Stadt macht schlechte Geschäfte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor mehr als 20 Jahren kaufte Schwerin Immobilien vom Bund zum Vorzugspreis – jetzt verhageln sie die Bilanz

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 23:28 Uhr

Die Schulden der Landeshauptstadt sind enorm, überall fehlt Geld. Um dem wenigstens ein wenig beizukommen, verkauft die Stadt ihr Eigentum. Immobilien beispielsweise. Doch einige dieser Geschäfte bringen herbe Verluste.

Gerade wurde das Haus „Zum Bahnhof 5 und 7“ verkauft. Es stand lange leer, darüber konnte auch die bunte Fassade nicht hinweg täuschen. „Es ist erfreulich, dass wir endlich einen Käufer gefunden haben“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Wir sind sicher, dass der Investor die Gebäude gut saniert.“ Die Freude des Baudezernenten kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verkauf ein Verlustgeschäft für die Stadt ist.

Nach 1990 wurde die Immobilienlandschaft in Ostdeutschland neu geordnet. Die beiden Häuser in der Straße Zum Bahnhof wurde dem Bund zugeordnet. Von dem kaufte es die Stadt – und bekam die Immobilie zum Vorzugspreis von 712 000 Mark. Das aber nur, weil die Stadtverwaltung das Gebäude damals nutzte. Der Verkehrswert war mit 2,85 Millionen D-Mark festgesetzt worden. Als dann alle Ämter Ende der 90er-Jahre im Stadthaus konzentriert wurden und das Haus zwischen Grunthalplatz und Pfaffenteich leergezogen wurde, verlangte der Bund die Differenz zum tatsächlichen wirtschaftlichen Wert nach: 1,09 Millionen Euro plus 655 000 Euro Zinsen. Die Stadt prozessierte, verlor und musste nachzahlen. Der jetzige Verkaufserlös „im mittleren sechsstelligen Bereich“ deckt die Gesamtausgaben der Stadt bei weitem nicht.

In Stern Buchholz hat die Stadt ein ähnliches Problem. Dort hat sie eine Fläche vom Bund gekauft, auf der ursprünglich eine Müllverbrennungsanlage gebaut werden sollte. Dazu wurde die Stadt in den 90er-Jahren geradezu gedrängt. Doch die Müllverbrennung wurde nie gebaut, der Bund fordert eine Nachzahlung von mehr als 1,5 Millionen Euro. Das Gerichtsverfahren läuft noch. „Wir sind aber nicht in der besten Position“, heißt es aus der Verwaltung. Soll heißen: Die Stadt wird wohl zahlen müssen.

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