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Wohnen statt Kicken : Stadt macht Paulshöhe zum Wohngebiet – irgendwann

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Sport-Bindung endet bereits in diesem Jahr, aber Eigenheime können erst nach dem Jahr 2018 gebaut werden

Von Protesten begleitet wurde vor einigen Jahren bereits über die Zukunft der Sportanlagen Paulshöhe diskutiert. Doch damals war das mehr eine Phantomdiskussion, bestand doch eine Pflicht der Sportnutzung auf dem Areal. Diese Bindung endet in diesem Jahr, so dass nun erneut darüber nachgedacht wird, wie die Fläche künftig zu nutzen ist.

„Die Paulshöhe ist als Wohnstandort gut geeignet“, sagt Baudezernent Wolfram Friedersdorff. „Es sind jedoch vorher eine Reihe von Problemen zu lösen.“ So ist zu klären, wie sich die neuen Häuser in das städtebauliche Konzept einpassen lassen. Es stehen westlich des Platzes in Richtung Landwirtschaftsministerium Mehrfamilienhäuser, auf der anderen Seite sind es Eigenheime. „Da muss eine Verbindung geschaffen werden“, sagt Friedersdorff. „Nur Villen zu bauen, geht nicht.“ Häuser für den „gehobenen Bedarf“ dürfen es aber schon sein. Doch bevor auf Paulshöhe Eigenheime entstehen, sollen nach dem Willen der Stadt erst einmal andere Baugebiete wie die Waisengärten oder auch der ehemalige Internatskomplex Lankow gefüllt werden.

Ein weiteres Thema ist der Fahrzeugverkehr. Zum Schlossgartenviertel gibt es nur eine Zufahrt über den Schleifmühlenweg. Auf dem Faulen See ist die Landesregattastrecke. „wir müssen in die Zufahrten und in Parkplätze investieren“, sagt der Baudezernent.

Werden all diese Randbedingungen berücksichtigt, so ist es nicht zu erwarten, dass auf dem Areal des Sportplatzes Paulshöhe schon in diesem Jahr gebaut wird. Allein für die Erarbeitung eines Bebauungsplanes sind etwa zwei Jahre zu veranschlagen. „Ich gehe davon aus, dass erst nach 2018 etwas geschieht“, sagt Friedersdorff.

Den Fraktionen SPD-Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke und CDU dauert das offenbar zu lange. Sie möchte die Fläche des Sportplatzes so schnell wie möglich verkaufen. Der Hintergrund: Sie hatten mit ihrer Mehrheit in der Stadtvertretung durchgesetzt, dass für den Sportpark Lankow ein Funktionsgebäude gebaut wird. Insgesamt 2,8 Millionen Euro hatten sie mit einem Vorgriff auf die nächsten Jahre für die Finanzpläne 2015 und 2016 beschlossen. „Zur Refinanzierung der Investition im Sportpark Lankow ist die zeitnahe Verwertung des Standortes Paulshöhe anzustreben“, heißt es im Beschluss.

Die SPD-Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion hat nun schon konkrete Fragen dazu an die Verwaltung gerichtet. Unter anderem wollte sie wissen, wie viel die 36 217 Quadratmeter große Fläche denn überhaupt Wert sei. Antwort der Verwaltung: Im Umfeld liegt der so genannte Richtwert für den Grund und Boden bei 175 Euro pro Quadratmeter. In Summe wären das mehr als sechs Millionen Euro. Nur so viel wird wohl kein Investor bezahlen. Denn auf dem Areal gibt es noch einige „Altlasten“. So muss ein maroder Plattenbau abgerissen werden. „Die Entsorgung dürfte teuer werden“, so der Baudezernent. Außerdem müsste der Käufer der Fläche auch eine Turnhalle übernehmen. „Die ist in einem katastophalen Zustand, steht aber unter Denkmalschutz“, erläutert Wolfram Friedersdorff. Was mit dem historischen Bau überhaupt anzufangen sei? Eine Idee liegt noch nicht auf dem Tisch.

In ihrer Antwort an die SPD/Grüne-Fraktion schätzt die Verwaltung „die Nachfrage nach Grundstücken für Wohnbebauung in guter Lage“ als „nach wie vor sehr hoch“ ein. Allerdings: Zur Paulshöhe gab es noch keine Nachfrage. Und „vormalige externe Anfragen sind nicht bekannt“.

 

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erstellt am 14.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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