Schweriner Baumstreit beendet : Stadt lenkt ein: Ahorn statt Birne

Kahl und ohne Grün: Die Bäume im Großen Moor mussten fallen, weil die Wurzel auf den unterirdischen Leitungen lagen.
Kahl und ohne Grün: Die Bäume im Großen Moor mussten fallen, weil die Wurzel auf den unterirdischen Leitungen lagen.

Umweltverband BUND hat erfolgreich gegen die Pläne der Stadt gekämpft: Im Großen Moor werden größere Bäume gepflanzt

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08. Januar 2018, 21:00 Uhr

Der Streit um die Fällung von 13 Bäumen im Großen Moor zwischen der Puschkinstraße und der Landesrabbiner-Holdheim-Straße ist beendet. Das bestätigte Baudezernent Bernd Nottebaum gegenüber unserer Redaktion. Die 13 neuen Bäume, die die Stadt nach Beendigung der Straßenerneuerung pflanzen wird, werden keine Chinesischen Wildbirnen sein. Diese Baumart hatte die Verwaltung unter Hinzuziehung externen Expertenrats für ideal befunden, vor allem weil die Pflege einfach sein soll, hieß es. Auch die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, die die Pflege übernehmen sollen und laut Nottebaum auch Anwohner wären für das Gehölz aus dem Reich der Mitte gewesen. Nur der Bund für Umwelt und Naturschutz nicht.

„Die favorisierte Baumart, die Chinesische Wildbirne, ist ein kleinkroniger Baum. Der BUND lehnt die Pflanzung an dieser Stelle ab“, heißt es in einer Stellungnahme des Umweltverbandes. Gefordert waren „mindestens mittelkronige Bäume“. Die Umweltschützer schlagen alternativ Eschen, Hainbuchen, Ulmen oder Ahorn vor.

Und genau das will die Verwaltung jetzt umsetzen. Entschieden hat sie sich für den so genannte Armstrong-Rotahorn. Gepflanzt werden sollen 13 Bäume, die „bereits 13 bis 15 Jahre in Baumschulen herangezogen worden sind“, so Bernd Nottebaum. Damit scheint ein Streit beendet, der mit der Anzahl der Bäume begonnen hatte. Zur Erinnerung: Weil die Bäume im oberen Bereich des Großen Moores auf den Versorgungsleitungen standen, sah die Stadt keine Möglichkeit, sie zu erhalten. Gegen eine Fällung hatten Anwohner mit Plakaten demonstriert. Der BUND als so genannter Träger öffentlicher Belange hatte der Abnahme der Bäume nur unter Auflagen zugestimmt: Es sollten wieder die ursprünglichen 14 Bäume gepflanzt werden. Doch ein früherer Baumstandplatz könne nicht wieder genutzt werden, hatten die Experten ermittelt, berichtet Dezernent Nottebaum. Der vierzehnte Baum würde über einer Gasdruckleitung stehen. Das sei sicherheitstechnisch nicht möglich. „Der 14. Baum wird gepflanzt. Aber eben nicht in dieser Straße“, so der Baudezernent.

Derweil liegen die Bauleute im ersten Abschnitt der Bauarbeiten gut im Zeitplan, bestätigt Nottebaum. Läuft alles weiter nach Plan, sollen die Bauarbeiten im ersten Abschnitt pünktlich zur Freiluftsaison der angrenzenden Restaurants „Lukas“ und „Durante“ im Mai fertig sein. Nach der Sanierung soll im Sommer der benachbarte Schlachtermarkt erneuert werden. Der zweite Teil des Großen Moores ist erst 2019 an der Reihe. Für den ersten Bauabschnitt Großer Moor rechnet die Stadt mit Kosten von insgesamt 400 000 Euro.

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