Stadt legt Konzept für Krisendienst vor

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Hilfe bei psychosozialen Notlagen: Ehrenamtliche sollen Verwaltung unterstützen

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13. Dezember 2017, 23:43 Uhr

Das Konzept steht, nun ist die Politik am Zug. In Schwerin soll ein Dienst eingerichtet werden, der Menschen hilft, die am Abend, in der Nacht, an Wochenenden oder an Feiertagen in eine psychische Notlage geraten sind. So hatte
es der Behindertenbeirat im Herbst vergangenen Jahres in einem Antrag in der Stadtvertretung gefordert (SVZ berichtete). Der Vorschlag der Verwaltung: Der Psychosoziale Krisendienst könnte an den bestehenden Sozialpsychiatrischen Dienst im Stadthaus gekoppelt werden.

Ja, es habe ein bisschen gedauert, das Konzept für den Krisendienst auf die Beine zu stellen, räumt Amtsärztin Renate Kubbutat ein. „Doch nun sind alle wichtigen Fragen geklärt.“ In den Fachausschüssen der Stadtvertretung werde jetzt über die Vorstellungen der Verwaltung diskutiert, sagt Kubbutat. Die ersten Reaktionen aus der Politik seien positiv.

Und so sehen die Ideen der Arbeitsgruppe um Amtsärztin Kubbutat aus: Der Psychosoziale Krisendienst sollte montags bis freitags von
8 bis 22 Uhr, sonnabends, sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 22 Uhr erreichbar sein. „Die Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes könnten die Zeiten Montag und Mittwoch von 8 bis 16 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 14 Uhr übernehmen“, erklärt Kubbutat. Die anderen bzw. anschließenden Zeiten sollten von jeweils zwei Ehrenamtlichen pro Schicht abgedeckt werden, die über eine Ausbildung etwa als Psychologen oder Sozialpädagogen verfügen und Erfahrungen im Umgang mit Krisensituationen und Notfällen besitzen.

Als Aufwandsentschädigung für die Ehrenamtlichen werden im Konzept 56 000 Euro im Jahr veranschlagt. Um den Krisendienst zu koordinieren, sollte außerdem eine zusätzliche Personalstelle beim Sozialpsychiatrischen Dienst geschaffen werden, so der Vorschlag der Verwaltung.

„Wir haben uns bei dem Konzept für den Notdienst an den Erfahrungen anderer Kommunen orientiert“, betont Kubbutat. So solle der Notdienst eng mit anderen Institutionen zusammenarbeiten, die auf dem Gebiet der psychosozialen Hilfe tätig sind. Neben der Beratung am Telefon sei auch daran gedacht, persönliche Gespräche im Stadthaus und in Ausnahmefällen auch Hausbesuche anzubieten, so die Amtsärztin.

Spätestens im April werde die Stadtvertretung über das Konzept zum Notdienst entscheiden, sagt Kubbutat. Voraussichtlich Anfang 2019, wenn die Finanzierung stehe, könne der Dienst an den Start gehen.

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