Schweriner Stadtvertreter tagen : Stadt kann Radweg am Ufer bauen

So könnte die Brücke vom Dwang zur Krösnitz aussehen, über die der Radweg führen soll.  Repro: SDS
So könnte die Brücke vom Dwang zur Krösnitz aussehen, über die der Radweg führen soll. Repro: SDS

Kommunalpolitiker stimmten mit knapper Mehrheit für die umstrittene Trasse im Süden des Dwang

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23. Mai 2017, 21:00 Uhr

Die Würfel sind gefallen: Die Stadtvertreter entschieden mit knapper Mehrheit, dass der umstrittene Radweg auf dem Dwang an der Südseite der Halbinsel gebaut wird. 20 Kommunalpolitiker stimmten nach langer Diskussion dafür, 18 dagegen, drei enthielten sich der Stimme. Das entspricht in etwa den Verhältnissen bei der Abstimmung über die Grundsatzentscheidung zum Radweg.

Der Riss geht quer durch die Stadtvertretung. Die Grünen lehnen den Bau grundsätzlich ab. Fraktionschefin Cornelia Nagel wies darauf hin, dass viele bestehende Radwege kaputt sind. „Warum also zuerst ein Neubau?“ Die Stadt könne sich den Radweg vom Dwang zur Krösnitz bei ihrer prekären Haushaltslage nicht leisten „Wir brauchen diesen Luxusweg nicht.“ Dem schloss sich Manfred Strauß von den Unabhängigen Bürgern an. „Der Radweg ist überflüssig, weil wir einen Radweg am Ostorfer Ufer haben.“ Er wies auf die Kosten von mehr als zwei Millionen Euro und den Eigenanteil der Stadt von rund 400 000 Euro hin. „Wir dürfen aus finanziellen Gründen keine Buga organisieren, wollen aber einen Radweg für zwei Millionen bauen. Wenn wir Fördermittel kriegen, tun wir offenbar alles – egal, ob es sinnvoll ist, oder nicht.“

Für den Radweg, aber an der Nordseite des Dwang plädierte die Linke. „Das ist die bessere Variante“, so Gerd Böttger. Diese so genannte Variante 3a lehnte aber der Behindertenbeirat ab. „Diese Streckenführung ist für Menschen mit Handicap nicht geeignet“, sagte Michael Brehmer. „Es gibt dort zu viele Steigungen.“ Ein Weg am Südufer wäre viel besser geeignet. Für diese Trassenführung votierte auch die CDU. Sven Klinger betonte, dass es nicht nur um rund 20 betroffene Anlieger gehe, die den Radweg nicht vor ihrem Garten wollen. „Es geht auch um die weitere positive Entwicklung der Stadt durch den Ausbau touristischer Kapazitäten.“ Dafür sei die Variante 1 am besten geeignet. „Wir müssen diese Trasse endlich auf den Weg bringen, nachdem wir mit der Buga noch vor deren Start auf den Bauch gefallen sind.“ Und mit Blick auf die Fördermittel sagte Klinger: „Wenn wir das Geld nicht nehmen, gehen die von unseren Bürgern erarbeiteten Steuern woanders hin.“ Auch SPD-Stadtvertreterin Gerlinde Haker forderte endlich eine Entscheidung für einen Radweg am Dwang-Südufer. „Mir ist es schleierhaft, warum uns eine solche Geschichte so lange beschäftigen kann“ , sagte sie.

Auch Baudezernent Bernd Nottebaum setzte sich für den Radweg ein. „Wenn wir schon keine Buga haben werden, sollten wir wenigstens den Radweg nehmen.“

Gerd Böttger hatte in seinem Redebeitrag betont: „Die Lage ist kompliziert und unübersichtlich. Wer den Radweg nicht will, will auch keine Varianten.“ Das zeigte sich dann auch im knappen Abstimmungsergebnis.

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