Schweriner Seen : Stadt: Insel Kaninchenwerder soll Liegeplatz bleiben

Der kleine Hafen auf Kaninchenwerder soll auch in Zukunft von der Weißen Flotte und von Sportbooten angefahren werden dürfen, Badebuchten aber auch.
Der kleine Hafen auf Kaninchenwerder soll auch in Zukunft von der Weißen Flotte und von Sportbooten angefahren werden dürfen, Badebuchten aber auch.

Im Streit um Befahrensregeln für Schweriner See einigen sich Stadt, Land und Verbände auf Ausnahmeregelungen

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21. Januar 2016, 12:00 Uhr

Gute Nachricht für Schwerins Wassersportler: Das Anlegen auf Kaninchenwerder soll weiterhin möglich sein. Darauf haben sich Obere und Untere Naturschutzbehörde, Landeshauptstadt, Wassersportler und Landesanglerverband geeinigt. „Wir werden noch in dieser Woche beim Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg eine entsprechende Ausnahmeregelung beantragen“, sagte Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum.

Anlass der gemeinsamen Beratung im Landwirtschaftsministerium war, dass mit der Veröffentlichung von Befahrensregeln für den Schweriner See im November durch das Bundesverkehrsministerium strikte Befahrensverbote für die Uferzonen des Ramper Moors und der Inseln Ziegelwerder und Kaninchenwerder sowie der Untiefe Großer Stein in Kraft getreten sind. Sie gehen auf einen Antrag des Schweriner Umweltministeriums aus dem Jahre 2008 zurück. Inzwischen jedoch stellt sich die Datenlage, die dem Antrag zugrunde lag, anders dar. Denn im Zuge der Diskussionen um den Managementplan für den Schweriner See und durch diverse Gutachten liegen jetzt neue Zahlen, Fakten und Schlussfolgerungen auf dem Tisch. So hatte der Biologe Dr. Ulrich Mierwald, Leiter des Kieler Instituts für Landschaftsökologie, in einer 200-seitigen Studie zusammengefasst, dass die von der Stadt geplante Entwicklung der wassertouristischen Infrastruktur am Schweriner See die Vogelwelt im EU-Schutzgebiet nicht erheblich beeinträchtige. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht das anders.

Die Landeshauptstadt hatte deshalb eine erneute Beratung mit der Oberen Naturschutzbehörde angeregt. Mit am Tisch saßen neben Nottebaum auch Dr. Hauke Behr, Chef der Unteren Naturschutzbehörde, Axel Pipping, Geschäftsführer des Landesanglerverbandes, Eike Klemkow, Sprecher der Interessengemeinschaft Schweriner See und Umland , und Vertreter des Umweltministeriums. „Wir haben uns darauf verständigt, dass für Ziegelwerder das Befahrensverbot eines 100 Meter breiten Schutzstreifens für drei Jahre ausgesetzt wird und für Kaninchenwerder zunächst für ein Jahr. In dieser Zeit erfolgt ein Monitoring der Natur. Für Schwerins Wassersportler wird sich also in diesem Jahr nichts ändern“, sagt Nottebaum. Denn er sei sehr zuversichtlich, dass der Kompromiss vom Schifffahrtsamt akzeptiert werde.

Der BUND indes sieht dieses Herangehen kritisch. „Wir halten die Befahrensverbote für gut und notwendig und bewerten Ausnahmen als schwierig“, sagt Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag.

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