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Kinderbetreuung in Schwerin : Stadt hat zu wenig Kita-Plätze

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Familien-Zuzug und Flüchtlingskinder: Um den Bedarf zu erfüllen, muss die Kommune Einrichtungen aus- und auch neu bauen

von
erstellt am 16.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Einen Krippenplatz in Schwerin zu bekommen, ist derzeit Glückssache. Auch im Kindergartenbereich ist die Situation angespannt. Die Kita-Bedarfsplanung, an der die Verwaltung gerade arbeitet, soll Anfang September in die politischen Gremien gegeben werden. Sie wird klar aufzeigen: Schwerin muss handeln.

„In den nächsten drei Jahren fehlen hochgerechnet 400 Plätze in der Stadt“, bilanziert Sozialdezernent Andreas Ruhl. Das liegt vor allem an der erfreulichen Entwicklung der Einwohnerzahl der Landeshauptstadt. Allein im vergangenen Jahr ist Schwerin laut Statistischem Amt um 2000 Einwohner gewachsen, berichtet Andreas Ruhl. Angesichts der ungebremsten Nachfrage nach Bauland und Mietwohnungen in Schwerin müssen die Stadtplaner davon ausgehen, dass die Stadt weiter wachsen wird.

Hinzu kommen eine steigende Geburtenrate in der Landeshauptstadt und die Flüchtlinge, die vor allem im Mueßer Holz leben. Aktuell sind 130 Flüchtlingskinder in Schwerin ohne Krippen- oder Hortplatz. „Wollen wir Integration, muss sich das ändern“, sagt der Dezernent.

Mit dem DRK, das im Hafengebiet bauen wird, und den Dreescher Werkstätten, die an ihrem Firmensitz in Süd einen Neubau planen, gibt es zwei zusätzliche Angebote für Kita-Plätze von freien Trägern. „Doch auch die Stadt selbst wird Einrichtungen ausbauen und neu bauen müssen“, sagt Ruhl. Wo konkret, das wollte der Dezernent noch nicht sagen, schließlich werden die Stadtvertreter das auch erst im September erfahren. Es dürfte allerdings unschwer zu erraten sein, dass ein Neubau im Mueßer Holz entstehen wird – dort, wo die Flüchtlingskinder leben. Auch hat Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow beim Spatenstich für das neue Wohngebiet in Friedrichsthal bereits verraten, dass auch die Friedrichsthaler Kita erweitern werden soll.

Da es kurzfristig Lösungen geben muss, schließt Sozialdezernent Ruhl auf SVZ-Anfrage nicht aus, dass auch für Kitas Containerlösungen genutzt werden, wie jetzt schon für den Hort der Astrid-Lindgren-Schule. Doch selbst dafür sei mindestens ein halbes Jahr Vorlaufzeit vonnöten.

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