Schwerin : Stadt findet keine Hundewiese

Als Hundewiese nicht tauglich: Das einstige Galvanik-Gelände am Ziegelsee wird bebaut. Dort entsteht eine Grundschule.
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Als Hundewiese nicht tauglich: Das einstige Galvanik-Gelände am Ziegelsee wird bebaut. Dort entsteht eine Grundschule.

Verwaltung und SDS haben Suche nach einem geeigneten innerstädtischen Platz aufgegeben

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27. Juni 2016, 05:45 Uhr

„Wir können im Innenstadtbereich nichts finden“, gibt Bau- und Ordnungsdezernent Bernd Nottebaum zu. Damit ist auch der jüngste Wunsch der Kommunalpolitik, in Schwerin eine offizielle Hundewiese auszuweisen, unerfüllt geblieben.

Zur Erinnerung: Seit Jahren gibt es immer wieder Initiativen aus der Stadtvertretung, eine offizielle Hundewiese in Schwerin einzurichten. 2009 und 2012 endete die Grundstückssuche ergebnislos, im vergangenen Jahr war es die CDU-Fraktion, die forderte, „eine Hundewiese als Pilotprojekt einzurichten“. Ziel ist es, die Möglichkeiten der artgerechten Tierhaltung im weitestgehend mit Leinenpflicht belegten Innenstadtgebiet der
Landeshauptstadt zu verbessern. Und die Fraktion lieferte gleich einen Vorschlag mit, wo die Hundewiese gut funktionieren könnte – auf der Freifläche Ecke Speicherstraße, Lagerstraße (SVZ berichtete).

Der Platz schied aber aus, nachdem klar war, dass dort eine neue Schule gebaut werden soll. Gemeinsam mit den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen SDS wurde aber weiter gesucht. Selbst Grundstücke eigens für eine Hundewiese zu kaufen, war kein Tabu mehr.

„Wir hatten uns dann auf ein Hinterhof-Areal in der Voßstraße konzentriert und verwaltungsintern geprüft. Das wollten wir kaufen, die Baracke dort abreißen und den Platz für die neue Nutzung umgestalten“, berichtet der Dezernent. Doch auch daraus wurde nichts. „Eine Hundewiese ist in einem reinen Wohngebiet rechtlich nicht zulässig“, erklärt Nottebaum. Es gäbe dazu zahlreiche Urteile, nachdem deutschlandweit Anwohner wegen der Hunde vor der Haustür vor Gericht gezogen waren.

Im Ergebnis aller Prüfungen musste die Stadtverwaltung nun einräumen, dass ein innenstadtnaher Standort, der die planungsrechtlichen und immissionsschutzseitigen Anforderungen erfüllt, nicht gefunden werden kann. „Wir haben ein Jahr lang gesucht und nichts gefunden. Irgendwann muss man dann auch ehrlicherweise einen Schlussstrich ziehen“, sagt Nottebaum. „Das heißt aber natürlich nicht, dass wir sofort wieder prüfen, wenn es einen konkreten Vorschlag gibt.“

Seit der Buga gab es alle drei Jahre eine entsprechende Stadtvertreter-Initiative. Bleibt die Kommunalpolitik beim Antrags-Rhythmus in Sachen Hundewiese, wäre der nächste Wunsch nach Prüfung im Jahr 2018 an der Reihe…

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