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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 05:52 Uhr

Verkehr Schwerin : Stadt erweitert Tempo-30-Zonen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadtvertreter entscheiden im Juni – Geschwindigkeitsreduzierung auf dem Obotritenring und den Ausfallstraßen kein Thema mehr

von
erstellt am 17.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Es war ein langer Weg, der nun ganz andere Ergebnisse bringen wird, als geplant: Als vor fünf Jahren das von 1993 stammende Schweriner Verkehrskonzept überarbeitet wurde, hatte die CDU-Fraktion gefordert, in der Neumühler Straße keine Tempo-30-Zone einzurichten. Die SPD-Fraktion drängte daraufhin auf ein Gutachten, das insgesamt die Vorschläge unter die Lupe nehmen soll – und fand eine Mehrheit. 2013 war das Papier der Gutachter aus Kassel und Berlin fertig. Und es gab die Empfehlung, quasi in der gesamten Stadt 30 als Höchstgeschwindigkeit zu erlauben.

Da dieser radikale Vorschlag noch nicht einmal in der Verwaltung auf volle Zustimmung stieß, sollten vor einer politischen Entscheidung möglichst viele beteiligt werden. Polizei, Ministerien, Nahverkehr und Fachdienste der Verwaltung wurden befragt. „Die genaue Abwägung hat gezeigt, dass es gute Gründe gibt, in einigen Straßen Tempo 50 zu belassen“, sagt Dezernent Bernd Nottebaum im SVZ-Gespräch. „Die Güstrower Straße zeigt deutlich, dass Sicherheit auf dem Fahrradstreifen und Tempo 50 sich nicht ausschließen.“

So sind Geschwindigkeitsreduzierungen für die Güstrower Straße ebenso vom Tisch wie für den Obotritenring, die Knaudtstraße oder Ausfallstraßen wie die Wismarsche Straße und die Lärchenallee.

Was die Verwaltung jetzt der Politik zur Diskussion und zur Abstimmung am 13. Juni übergeben hat, ist dagegen nur die logische Erweiterung bestehender Tempo-30-Zonen. Die Reiferbahn ist der einzige isolierte Straßenbereich inmitten der innerstädtischen Tempo-30-Zone, in dem noch 50 gefahren werden darf – theoretisch: Von der Wittenburger kommend in Richtung Parkhaus und bei der Ausfahrt in Richtung Wallstraße ist in der Regel so viel Verkehr, dass der Autofahrer schon froh sein kann, überhaupt 30 zu erreichen.

Neben dem Eckdrift sollen künftig auch Ellerried und Grabenstraße Tempo-30-Zonen werden. Gleiches gilt für den Schleifmühlenweg. Und bei der Friedrich-Engels-Straße wissen sicher nur wenige, dass Tempo 30 bei der Einfahrt von der Karl-Marx-Allee erst ab dem Kreisverkehr gilt, nicht aber vor den „Dreesch Arkaden“. Das soll sich ebenso ändern.

Kommentar: Vernunft setzt sich durch
Die „Konzeption Verkehrsberuhigung Hauptnetz Schwerin“, die die Verwaltung jetzt vorlegt, zeugt von Augenmaß. Die erweiterten Tempo-30-Zonen sind nachvollziehbar und logisch. Und sie werden keinen Autofahrer unnötig belasten oder gar den Verkehr behindern. Es ist richtig und gut, dass die Planer vor Ort die Gutachter ausgebremst haben, die in der Wismarschen, der Gadebuscher oder auf dem Obotritenring Tempo 30 empfohlen haben. Mit dem jetzigen Papier ist eine Endlosdebatte vom Tisch – und bleibt es hoffentlich für Jahre.

 

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