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14. Dezember 2017 | 11:26 Uhr

Schwerin : Stadt bringt Krösnitz auf Vordermann

vom

Einfamilienhäuser, Kleingärten, eine verwilderte Gärtnerei und ein leer stehendes Postgebäude - enge Straßen durchziehen die Krösnitz-Halbinsel und verlieren sich in zugewucherten Pfaden. Doch die Stadt hat Pläne.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2012 | 10:10 Uhr

Ostorf | Einfamilienhäuser, Kleingärten, eine verwilderte Gärtnerei und ein leer stehendes Postgebäude - enge Straßen durchziehen die Krösnitz-Halbinsel und verlieren sich in zugewucherten Pfaden. Im Sommer pirschen dort regelmäßig Erholungssuchende zur wilden Badestelle. Sportschützen und Vereinssportler treffen sich im Sportplatz nahe des Westufers. Regelmäßig hallen Schüsse aus der Schießanlage des Schützenvereins über das grüne Kleinod. Die Schützen sind ein fester Bestandteil der Halbinsel - ihr Pachtvertrag mit der Stadt läuft im Jahr 2027 aus. Doch so lange will die Stadt die Krösnitz nicht mehr sich selbst überlassen. Die Verwaltung legte entwurfartig drei verschiedene Nutzungskonzepte für die Krösnitz an: Wohnbauflächen schaffen, Sportplatz, Gärtnerei und weitere Flächen renaturieren oder den Status quo erhalten.

"Auf der Krösnitz fehlt ein notwendiges Baurecht", fügt Schwerins Baudezernent Wolfram Friedersdorff hinzu, weshalb die Verwaltung zurzeit Pläne für weitere Bauflächen gleich in der Schublade lässt. "Wenn wir allerdings alles so belassen, wie es jetzt ist, verschenken wir die zentrumsnahe und idyllisch gelegene Fläche", so der Baudezernent weiter. Die Grünflächen, die Lage zum Wasser seien ideal für Nah erholung, allerdings sei das Gebiet zurzeit auch sehr vernachlässigt.

"Die Erschließung der Krösnitz ist aufgrund der engen Straßen schwierig", sagt Geert Böcker vom Amt für Verkehrsmanagement. Schon jetzt ist der Platz knapp, wenn täglich bis zu 1700 Fahrzeuge auf der Halbinsel unterwegs sind. So ist es unklar, wie es mit dem Sportplatz auf der Krösnitz weitergeht, wenn in den kommenden Jahren das Fußballzentrum Lankow Realität wird. "Wir wollen die Sportanlage gern umgestalten", sagt Frank-Bodo Schulze vom Amt für Jugend, Schule und Sport. "Vereine für Baseball und Krocket suchen dringend Flächen in Schwerin."

Bauland statt Sportplatz? Undenkbar. "Außerdem überschreitet die Schieß anlage die Lautstärke-Grenzwerte für ein Wohngebiet", fügt Böcker an. Dort werde der Schießverein und weitere Sportarten weiter ein Stadion behalten.

Genauso beengt wie die Straßen und Wege bleiben auch die Möglichkeiten, auf der Krösnitz große Projekte zu verwirklichen. "Wir wollen zumindest die Wege für Radfahrer und Spaziergänger ausbauen, beispielsweise einen Rundpfad um das Sportstadion anlegen", sagt Böcker. Aber die Badestelle werde wohl weiterhin "eine Wilde" bleiben.

Auch wie es mit der alten Gärtnerei und dem ehemaligen Postgelände, das der Immobilienfonds laut Verwaltung zurzeit zum Verkauf anbietet, weiter geht, bleibt erst einmal offen. "Wir wollen das ehemalige Postgelände nach Möglichkeit wieder gewerblich neu beleben", sagt Böcker. Aber auch ein Gebäudeabriss und neue Baugebiete seien dort denkbar. Allerdings vermutet das Umweltamt auf und um das Gelände herum Altlasten. So will die Stadt eine alte Hausmülldeponie in einem mit den Jahren verlandeten Bachbett weiter untersuchen und bei Bedarf sanieren lassen. Hingegen sollen die Kleingartenanlagen unangetastet bleiben, ähnlich wie der Südteil der Halbinsel. Es handle sich um Ausgleichsflächen, die allerdings durch einen ausgebauten Wanderweg besser zugänglich gemacht werden könnten, erklärt Böcker weiter.

Bis zum Sommer will die Verwaltung der Stadtpolitik ein fertiges Krösnitz-Konzept vorlegen. Eine angeregte Diskussion im Ortsbeirat Ostorf zeigte bereits, wie sehr das Thema die Anwohner beschäftigt. Doch schon jetzt ist klar, einen von vielen Krösnitz-Bewohnern gewünschter Spielplatz wird es auf der Halbinsel erst einmal nicht geben.

Streitpunkt alte Gärtnerei

Das zehntausend Quadratmeter große Grundstück auf der Krösnitz-Halbinsel hat seit mehr als 20 Jahren für Streit zwischen Eigentümer und Stadt gesorgt. Eine Erbengemeinschaft wollte die ehemalige Gärtnerei für den Bau von Häusern vermarkten, holte sich allerdings eine Abfuhr bei der Stadt. Das Areal ist laut Baubehörde nur für „Gemeinnutzung“ wie Sportanlagen ausgewiesen, Hausbau rechtlich unzulässig. Die Stadt schaltete auf stur, die Erbengemeinschaft auch. Das Ergebnis: Die Fläche liegt als „wilde Deponie“ im Herzen der Krösnitz.

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