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Schweriner Winterdienst : Stadt bietet dem Winter Paroli

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit einer Neuorganisation des Winterdienstes soll ein Schneechaos vermieden werden

von
erstellt am 26.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Eis überrascht Winterdienst“ titelte die SVZ am 5. Januar. Der Winter hatte mit Schnee und Eis zugeschlagen und die Räumfahrzeuge waren viel zu spät ausgerückt. Die Folge: Es gab jede Menge Unfälle im Berufsverkehr, der Nahverkehr kam nicht voran, Fußgänger schlitterten zur Arbeit. Die verantwortlichen Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) mussten von allen Seiten harsche Kritik einstecken. Das soll ab dem kommenden Winter alles anders werden. Die SDS haben ein Konzept für den Winterdienst vorgelegt.

„Wir haben die zurück liegenden Winter ausgewertet, haben auf die Randbedingungen geschaut und haben uns in südlichen Bundesländern umgehört“, sagt SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek. „Für unser Konzept haben wir dabei Optimierungspotenziale erkannt.“

Der Personaleinsatz wurde daraufhin verändert. Jetzt wird 21 Stunden am Tag geräumt. Nur von Mitternacht bis drei Uhr bleiben die Fahrzeuge auf dem Betriebshof. An den Wochenenden wird es eine Rufbereitschaft geben. Die Lieferung von Tausalz wurde neu vertraglich vereinbart. Statt Kalziumchloridsole wird Magnesiumchlorid eingesetzt. Das wirkt besser unter minus zehn Grad. Allerdings wird in diesem Winter zunächst die noch vorhandene Sole verbraucht.

Zwei zusätzliche Räumfahrzeuge wollen die SD anschaffen. „Externe Anbieter stehen nicht zur Verfügung“, sagt Wilczek. „Wir haben nur ein Angebot bekommen und das ist dreimal teurer als in den Vorjahren.“

Wo Rad- und Fußwege parallel verlaufen, sollen sich Fußgänger und Radfahrer im Winter eine Bahn teilen. „Das Verkehrsaufkommen lässt das im Winter zu.“ Dadurch wird der Radweg frei, um Schnee abzulagern. „Allerdings müssen wir das noch mit den Verkehrsmanagement abstimmen“, sagt die Werkleiterin.

All diese Vorhaben werden den Winterdienst um etwa zehn Prozent teurer machen. Bezahlen müssen das die Schweriner über die Straßenreinigungsgebühr. Die SDS haben bewusst darauf verzichtet, einen 24-Stunden-Dienst auf ausnahmslos allen Straßen einzuführen. „Das würde den Winterdienst um 60 Prozent verteuern“, so Wilczek. In Summe wären das fast 500 000 Euro. Das soll den Schwerinern nicht zugemutet werden.

Das Konzept wird nun in den Ausschüssen der Stadtvertretung diskutiert. Im Hauptausschuss war die Meinung schon mal vorsichtig positiv – auch gegenüber der zehnprozentigen Kostensteigerung. „Wenn wir mehr wollen, müssen wir auch mehr Geld ausgeben“, sagte Silvio Horn von den Unabhängigen Bürgern.

Ob all die neuen Winterdienstvorhaben auch den Schwerinern gefallen werden – Gerd Böttger von den Linken bleibt in dieser Frage skeptisch: „Ich hör sie doch schon wieder schreien bei der ersten Schneeflocke.“

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