Schwerin : Stadt beginnt mit der Hafenpromenade

Dr. Wolfram Friedersdorff
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Dr. Wolfram Friedersdorff

Das neue Wohngebiet am Schweriner Ziegelinnensee bekommt ein schöneres Umfeld. Am alten Stadthafen entsteht eine Promenade. In diesem Monat fällt der Startschuss. Baukosten: 2,1 Millionen Euro.

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15. März 2013, 10:10 Uhr

Werdervorstadt | Im Hafenquartier wird bereits das erste Haus in der zweiten Reihe hochgezogen. Unterdessen beginnt die Stadt jetzt mit der Sanierung der alten Stadthafenanlage am Ziegelinnensee. Wo vor Jahrzehnten Lastschiffe beladen worden waren, sollen in einige Jahren die Bewohner des Hafenquartiers ihre Schiffe festmachen können. "Das Quartier soll einen maritimen Charakter erhalten", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. Bis dahin ist es noch ein langer Weg und die Sanierung der Kaikante nur ein Schritt.

Wie die Schlosspromenade soll am Ostufer des Ziegelinnensees eine Flaniermeile für Radfahrer und Spaziergänger entstehen. Dafür wird es zwei Wege geben - einen unmittelbar an der Kaikante und einen, deutlich breiter, neben den Gleisen der alten Hafenbahn, die in großen Teilen erhalten werden sollen, um an den Industriecharakter zu erinnern - ähnlich wie das geplante Wohnquartier in der ehemaligen Brauerei. Zu den Wohnhäusern hin grenzen Grünflächen den Promenadenweg ab. Die Stahlträger an der eigentlichen Kaikante sollen abgefräst und die Beton-Aufkantungen als Sitzgelegenheiten genutzt werden. Die verbleibende Spundwand soll mit einem Betonwerkstein einen oberen Abschluss erhalten. Großformatige Pflastersteine mit von Rasen durchwachsenen Fugen geben der Promenade laut Planung einen naturnahen Charakter, der von weiteren Büschen und Bäumen verstärkt wird. Der alte Hafenkran soll restauriert werden, ist allerdings nicht förderfähig. So ist die Erneuerung des Industriedenkmals kein Bestandteil des von Land und EU geförderten Vorhabens. Da am Kran aber auch weiterhin Boote ins Wasser gelassen werden sollen, wird er wohl restauriert. Wann die zusätzlich geplanten Steganlagen entstehen, ist noch offen. Sie sind nicht im Projekt "Hafenkante Ziegelsee" enthalten, sehr wohl aber schon in Vorbereitung. An der Kaikante sollen entsprechende Vorarbeiten erledigt werden, um Privatleuten den späteren eigenverantwortlichen Anbau von Stegen zu ermöglichen.

Das Investitionen für die Hafenpromenade ohne Steganlage belaufen sich der Stadtverwaltung zufolge auf 2,1 Millionen Euro. Hierfür hat das Land Fördermittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt. Schwerin beteiligt sich als Bauherrin mit 533 800 Euro an dem Teilausbau. "Damit wird ein weiterer Baustein der Umsetzung des Tourismuskonzeptes Stadt am Wasser und ein erster Schritt des angestrebten großräumigen Uferweges um den Ziegelinnensee realisiert", sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Das heute verkrautete Ufer soll sich zu einem attraktiven Naherholungsgebiet für die Bewohner der Schelfstadt mausern. Das Projekt ist Teil des Gesamtkonzeptes für die Innenstadt, das durch die Stadtvertretung in Kraft gesetzt worden war. Die neu gestaltete Hafenpromenade könnte die Grundlage für eine künftige intensivere Nutzung des Ziegelinnensees sein. Die Baumaßnahmen vervollständigen das Wegenetz für die Naherholung an den Schweriner Seen. So profitieren von dieser Investition die im Norden Schwerins lebenden Familien. Der Ziegelinnensee ist bereits heute für Schelfstädter ein wichtiger Naherholungsort.

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