Schwerin : Stadt baut den Wunschspielplatz

<strong>In dem Zelt auf dem Spielplatz</strong> konnten die Kinder im vergangenen November   ihre Wünsche und Ideen aufmalen und erklären. Diese flossen ein in die Neuplanung.<foto>SDS</foto>
In dem Zelt auf dem Spielplatz konnten die Kinder im vergangenen November ihre Wünsche und Ideen aufmalen und erklären. Diese flossen ein in die Neuplanung.SDS

Etwa 45 000 Euro wird der Neubau des Spielplatzes im Schweriner Wohngebiet Nedderfeld kosten. Was dort entsteht, haben Spielexperten mitbestimmt – die Kinder und Jugendliche.

svz.de von
11. Januar 2013, 07:38 Uhr

Muess | Bereits 16 Jahre hat der Spielplatz im Nedderfeld auf dem Buckel. Die Geräte sind verschlissen, das Holz morsch, der Boden uneben. Verantwortlich für 74 Spielplätze in der Landeshauptstadt sind die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS).

"Wir wollten die Einwohner und vor allem die Kinder bei der Gestaltung des Spielplatzes mit einbeziehen", sagte Landschaftsarchitektin Katarina Do minka von der SDS.

SDS, Ortsbeirat Mueß und Vertreter aus dem Netzwerk für Beteiligungsarbeit hatten sich für die Aktion "Sanierung Spielplatz Nedderfeld" zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Vor Ort, unter dem schützenden Dach eines beheizten Zirkuszeltes, malten und bastelten die Kinder aus dem Wohngebiet unter Anleitung von Matthias Glüer vom Bauspielplatz und Vèdaste Kabalira von der RAA mit viel Spaß.

Die Ergebnisse wurden jetzt den Bewohnern vorgestellt. "Wir glauben, wenn die Menschen miterleben, dass sie gefragt werden, ihre Ideen umgesetzt werden, sind sie auch bereit, etwas dafür zu tun, dann lebt die Demokratie", sagte Katarina Dominka. "Ich finde es stark, was die Kinder vorgeschlagen haben. Sie wollten beispielsweise eine Schaukel haben und sie bekommen eine, nein, sogar zwei."

17 Elemente, die den neuen Spielplatz gestalten werden, wurden von Spielplatzdesignerin Anke Meixner vorgestellt - von der Doppelschaukel über den Grashalmsteg und die Netzbrücke bis zum Kopfweidenhaus. Und wieder waren es Kinder, die an diesem Abend die Diskussion anheizten, die zehnjährige Viktoria Giri und der neunjährige Lukas Otterbeck-Meyer. Die Beiden sprühten vor Ideen, machten viele Vorschläge.

Im Frühjahr soll die Ausschreibung erfolgen, im Sommer bereits der neue Spielplatz übergeben werden. Etwa 45 000 Euro sind dafür eingeplant. Aber ein erstes Element soll bereits im Frühjahr stehen - das Insektenhotel. Ulrich Bartsch, der am Spielplatz wohnt, bot an, das Insektenhotel auf seinem Grundstück zu platzieren, natürlich frei vom Spielplatz aus zugänglich. Er werde auch als Pate über die Pflege wachen. Bernd Karsten vom Schullandheim will über ein Förderprogramm das Material sponsern und Rolf Steinmüller schlug vor, einen Obstbaum anzupflanzen, als sich die Kinder einen schattenspendenden Baum wünschten. "Wir sponsern eine Mirabelle, die Früchte tun nicht weh, wenn sie auf den Kopf fallen", sagte er schmunzelnd.

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