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Schwerin stoppt Sanierung : Stadionbrücke: Neubau 2014 geplant

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Zwar steht die Finanzierung auf genauso unsicheren Füßen wie die Stadionbrücke selbst, dennoch favorisiert Schwerin einen Neubau der Überführung über die Ludwigsluster Chaussee im Jahr 2014. Kosten: 4,5 Millionen Euro.

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2012 | 09:57 Uhr

Ostorf | Zwar steht die Finanzierung auf genauso unsicheren Füßen wie die Stadionbrücke selbst, dennoch favorisiert Schwerin einen Neubau der Überführung über die Ludwigsluster Chaussee im Jahr 2014. Geschätzte Kosten: 4,5 Millionen Euro. "Darin liegt auch die Begründung des Stopps der weiteren Planung" für eine Sanierung, wie es aus dem Fachbereich heißt. "Die Sachverständigen raten auf der Basis ihrer fachlichen Erfahrung mit vergleichbaren Vorhaben, die Absicht der Sanierung aufzugeben." Eine vollständige Instandsetzung koste bis zu zwei Millionen Euro. Vor einem Jahr war die Verwaltung noch von einer Million Euro ausgegangen (SVZ berichtete). Derzeit beraten die Fachausschüsse der Stadt über die Zukunft der Brücke, die die Ludwigsluster Chaussee überspannt.

Auf die kommenden Jahre gesehen sei ein Neubau die "deutlich" kostengünstigste Lösung, wie Baudezernent Wolfram Friedersdorff erklärt. "Für eine Sanierung müsste die Stadt aufgrund fehlender Fördermittel und durch ständige Flickschusterei mehr zahlen als für einen Neubau", sagt er weiter. Der Grund: Im Falle eines kompletten Neubaus winken Fördermittel in Höhe von 65 Prozent, so dass die Stadt etwa 1,5 Millionen Euro selbst tragen müsste. Hinzu kommen nach Angaben der Planungsgesellschaft IBD Ingenieurgesellschaft mbH knapp 500 000 Euro Abrisskosten und ein jährlicher Unterhaltungsaufwand von etwa 33 000 Euro.

Ein weiteres Argument für eine neue Brücke ist die Haltbarkeitsdauer. Eine Instandsetzung würde "nur" 25 Jahre halten und rechne sich gegenüber einem Neubau erst ab einer Restnutzungsdauer von 35 Jahren. "Die ist aber aufgrund des Brückenzustandes nicht gegeben", so der Baudezernent. Ein Neubau hingegen hat laut einem Expertengutachten eine Standzeit von bis zu 70 Jahren. Aber wie schlimm steht es wirklich um die Stadionbrücke?

Die Brücke hält in ihrem derzeitigen Zustand noch zwei Jahre. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Untersuchung im Februar 2011. Die Dichtung der Überführung lässt Feuchtigkeit ins Innere eindringen, die der Stahlbetonkonstruktion zusetzt. "Sie wird nicht mit einem Mal weg sacken", sagt Friedersdorff. Aber schon heute ist die Brücke für Schwerlastverkehr über 16 Tonnen gesperrt, nur noch Linien-Busse rollen über sie hinweg. Allerdings müsse das Bauwerk in kurzen Abständen untersucht werden, um die Tragkraft zu gewährleisten. "Es besteht in jedem Fall Handlungsbedarf", so der Dezernent weiter.

Im Falle eines Neubaus muss die Stadt für das Jahr 2013 Planungskosten in Höhe von 400 000 Euro einrechnen. Fördermittel winken erst ein Jahr später, weshalb der Baustart für das Jahr 2014 vorgesehen ist. Ob es soweit kommt, ist von der Entscheidung der Stadtvertretung abhängig. In der Diskussion sind auch noch zwei Alternativen zur Brücke: der Bau zweier Kreisverkehre und die Errichtung dreier Ampelanlagen. Beide Lösungen sind laut Verwaltung deutlich kostengünstiger, sorgen allerdings für mehr Lärm und würden aufgrund der hohen Fahrzeugdichte den Verkehrsfluss hemmen.

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