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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 22:37 Uhr

Lärm und Staub : Stadionbrücke: Bürger haben Sorgen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürger befürchten mehr Lärm und Staub sowie Hausschäden durch die Sprengung

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Die Anwohner am Slüter Ufer und am Osterberg sind in Sorge. Die neue Einfahrt von der Ludwigsluster Chaussee in die Hagenower Straße und die Sprengung der Stadionbrücke lässt sie um ihre Häuser und ihre Wohnqualität fürchten. Das wurde auf einer Bürgerversammlung deutlich, an der gut 50 Anwohner teilnahmen und auf der Planer und Vertreter des Amtes für Verkehrsanlagen Rede und Antwort standen.

Anfang November soll die neue Einmündung zur Hagenower Straße fertig sein – mit Ampeln und einem Übergang für Fußgänger und Radfahrer auch über die Straßenbahnschienen. „Eine Ampellösung hatten wir schon mal als die Brücke gebaut wurde“, erinnerte sich ein Anwohner des Osterbergs. „Die Laster waren beim Anfahren immer sehr laut.“ Das befürchten die Bürger auch an der neuen Ampel-Einmündung. Außerdem: Wenn die Busse der Linie 7 nicht mehr über die Stellingstraße fahren, sondern von der Ludwigsluster in die Hagenower einbiegen, befindet sich die erste Haltestelle noch vor der Stadionstraße. „Das macht Lärm und es wird einen Rückstau geben“, so mehrere Bürger. Und: Entlang der Straßenbahntrasse müssen für einen Fußgängerüberweg Büsche und Bäume gefällt werden. „Dadurch wird unsere Lebensqualität gemindert“, so ein Anwohner vom Slüter Ufer. „Unsere Grundstücke werden entwertet.“ Staub- und Abgasbelastungen würden zunehmen.

Carsten Bierstedt vom Verkehrsmanagement verwies auf ein Lärmgutachten. Danach kann der Lärm der Straßen den Anwohnern auch zukünftig zugemutet werden. Baudezernent Bernd Nottebaum bot an, dieses Gutachten öffentlich zu machen. Beruhigen konnte das die Bürger nicht. „Dass der Lärm nicht zunehmen soll, ist absurd.“

Sorgen machen sich die Bürger auch wegen der Brückensprengung. Wird es Schäden an ihren Häusern geben? Schließlich ist der Torfuntergrund auf der Krösnitzseite nicht unkompliziert. Planer Thomas Bichel sagte: „Nein“. Das gehe aus vorliegenden Gutachten hervor. Außerdem gäbe es bei der Sprengung nicht den ganz großen Knall, wie es im Film üblich sei. Schwingungen und Erschütterungen hielten sich in Grenzen, eine Druckwelle werde es nicht geben. Trotzdem werden Experten alle Häuser im 300-Meter-Umkreis in den nächsten Tagen begutachten – im 200-Meter-Umkreis auch innen. Dabei sollen Vorschäden aufgenommen werden, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. „Sollte es zu Schäden an Gebäuden kommen“, so Baudezernent Bernd Nottebaum, „werden wir die Regulierung unserer Versicherung übergeben.“

Unmittelbar während der Sprengung der Brücke, die voraussichtlich am 29. November stattfinden wird, wird es für etwa eine Stunde sehr kompliziert. Dann kommen auch die Rettungskräfte nicht mehr durch, die Krösnitz ist nicht zu erreichen. „Der Zeitpunkt wird mit der Rettungsleitstelle und der Polizei deshalb ganz genau abgestimmt werden“, so Dezernent Bernd Nottebaum.

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