Kürzungen ohne Erklärung : Staatskapelle hofft auf Sellerings Hilfe

Klangkörper mit langer Tradition und bestem Ruf: Die Musiker der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin sollen künftig weniger Gehalt bekommen.
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Klangkörper mit langer Tradition und bestem Ruf: Die Musiker der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin sollen künftig weniger Gehalt bekommen.

Die Schweriner Orchestermusiker haben nach Kultusminister Mathias Brodkorb auch von Ministerpräsident Erwin Sellering eine Gesprächabsage bekommen. Sie hoffen, dass er seine Meinung ändert.

svz.de von
27. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Misstöne nun auch aus der Staatskanzlei: Im Streit um die geplanten drastischen Kürzungen bei der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin hatte sich der Orchestervorstand hilfesuchend auch an Ministerpräsident Erwin Sellering gewandt. Denn seit Frühjahr 2012, als sich Kultusstaatssekretär Sebastian Schröder die Sorgen und Nöte der Musiker der Vorzeigebühne des Landes angehört hatte, war es zu keinem Gespräch mehr mit einem Vertreter der Landesregierung gekommen. Auch zwischenzeitlich fünfmal gestellte Bitten um ein Treffen an Kultusminister Mathias Brodkorb durch den Orchestervorstand waren unbeantwortet geblieben (SVZ berichtete).

Laut Orchestervorstand sei allerdings auch Ministerpräsident Erwin Sellering dieser Linie treu geblieben. „Sie haben uns ausrichten lassen, dass Sie unsere Bitte um einen Gesprächstermin ablehnen würden, weil Sie sich nicht in ,erfolgreich verlaufene Prozesse einmischen wollen‘“, schrieb der Vorstand jetzt zurück an Sellering. „Von Mitarbeitern große Zugeständnisse zu verlangen, jegliches Gespräch dazu aber abzulehnen, ist weder Stil der SPD noch Ihr persönlicher Stil. Zumindest dachten wir das bisher. Deshalb möchten wir unsere Bitte um einen Gesprächstermin erneuern und sind davon überzeugt, dass Sie uns nicht enttäuschen werden.“

Voraussetzungen für Finanzhilfen des Landes soll ein drastischer Sparplan bis zum Jahr 2020 sein. Vorgesehen sind u. a. der Personalabbau von 30 Stellen, Gehaltsverzicht für Orchester und Chor, der Wegfall der Montags-Sinfoniekonzerte, die Privatisierung der Spielstätte Werk 3, weniger Premieren der Fritz-Reuter-Bühne und die Umstellung der Puppenbühne auf Gastspielbetrieb.

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