Neuer Anstrich : Staatskanzlei in trübem Grau

Schön ist anders. Die Staatskanzlei ist zwar noch eingerüstet, aber die neue Farbe ist schon erkennbar.
Schön ist anders. Die Staatskanzlei ist zwar noch eingerüstet, aber die neue Farbe ist schon erkennbar.

Fassade des historischen Kollegiengebäudes erhält im Zuge der Sanierung neuen Anstrich – Farbe mit Denkmalpflege abgestimmt

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22. Juli 2015, 12:00 Uhr

Schon wieder sorgt der Farbanstrich eines historischen Gebäudes in Schwerin für Aufregung. Diesmal ist es die Staatskanzlei. Als 1998 das strahlend weiße Arsenal plötzlich rotocker gestrichen wurde, machte sich ein Sturm der Empörung breit. Ähnlich war es fünf Jahre später, als das edle, weiße Theater  beige getüncht wurde. So laut ist es diesmal nicht, jedoch beklagen SVZ-Leser am „Heißen Draht“, dass das neue Grau des historischen Kollegiengebäudes die ganze Schlossstraße verschandele. 

Im Zuge der Fassadensanierung der Staatskanzlei bekommt das Bauwerk nämlich  auch einen  neuen Farbanstrich. Doch anders als Schloss, Museum und Theater, die alle in einem einheitlichen Beige-Farbton erstrahlen und so für Wiedererkennungseffekte sorgen und den historistischen Ensemble-Charakter unterstreichen, erhält der Amtssitz des Ministerpräsidenten ein trübes Grau.

„Der Farbton ist aufgrund der Befunde der vom Land  beauftragten Restauratoren ermittelt und in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege  festgelegt worden. Der weiß-graue Farbton entspricht der willebrandschen Architekturfarbigkeit“, erläutert Christian Hoffmann vom Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes. Hermann Willbrand hatte das Gebäude nach dem Großbrand von 1865 neu aufgebaut – und den jetzt wiederkehrenden dunkleren Farbton gewählt.

Ursprünglich war das 1834 eingeweihte Kollegiengebäude heller. Es wurde im Stile des Klassizismus erbaut und trug wahrscheinlich den typischen Farbton des Klassizismus: ein edles, kühles, grau eingefärbtes Weiß.

Die Fassadensanierung der Staatskanzlei kostet rund 3,7 Millionen Euro und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Landeshauptstadt hat dabei keinen Einfluss auf die Fassadenfarbe, weil sie keine Gestaltungssatzung hat. Welterbe-Managerin Claudia Schönfeld hat mit dem neuen Farbton kein Problem: „Dass Schwerin mit der Welterbe-Bewerbung so weit vorangekommen ist, ist wesentlich der Zusammenarbeit der Denkmalbehörden von Stadt und Land zu verdanken.“

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