Stadionbrücke Schwerin : Sprengung: Anwohner müssen raus

Sicherheitsradien des Sprengmeisters: 200 Meter rund um die Brücke müssen alle Häuser geräumt werden.   Repro: Stadt
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Sicherheitsradien des Sprengmeisters: 200 Meter rund um die Brücke müssen alle Häuser geräumt werden.

Bevor am 28. November die Stadionbrücke endgültig fällt, muss aus Sicherheitsgründen nun doch im 200-Meter-Radius evakuiert werden

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14. November 2014, 08:00 Uhr

Der Sprengmeister hat entschieden: Es muss doch evakuiert werden. Für die Sprengung der Stadionbrücke am 28. November ist in der Zeit von 8 bis 10 Uhr eine Sicherheitszone einzurichten, in der sich keine Personen aufhalten dürfen. Das kündigten gestern Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann und Verkehrsamtsleiter Dr. Bernd Smerdka an. Dieser Entscheidung vorausgegangen waren Messungen zur Schwingungsausbreitung und eine Risikobewertung vor Ort durch den Sprengmeister. „Sicherheit geht vor, es soll kein Risiko eingegangen werden“, begründete Smerdka.

Betroffen von der Evakuierung sind insgesamt 25 Häuser im Adam-Scharrer-Weg, am Slüter Ufer, am Osterberg und in der Stadionstraße, in denen insgesamt 77 Personen wohnen sowie das Wirtschaftsministerium. „Wir werden in der nächsten Woche alle betroffenen Haushalte direkt und detailliert über die Sicherheitsmaßnamen informieren“, sagte Kaufmann. Angeboten werden sollen ihnen für die betreffenden zwei Stunden Notunterkünfte auf jeder Seite der Ludwigsluster Chaussee. Die Mitarbeiter des Wirtschaftsministerium beginnen am Sprengtag erst um 10 Uhr mit der Arbeit. Die Evakuierung ist Pflicht und wird von Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr durchgesetzt.

Durch den Sprengmeister ist zudem festgelegt worden, dass sich in der erweiterten Sicherheitszone, also im Bereich bis zu 300 Meter Radius, keine Menschen im Freien aufhalten dürfen und alle Autos zu entfernen seien, die nicht in Garagen stehen. Das Halteverbot gilt von 27. November, 12 Uhr, bis 28. November, 11 Uhr. Auch das werde kontrolliert, so Kaufmann. Bei Nichtbeachtung werde abgeschleppt. Für die erweiterte Sicherheitszone gelte ein Einfahrtverbot.

Darüber hinaus werden vorsorglich Teile der Berufsfeuerwehr im nördlichen Teil der Stadt stationiert, damit durch die Vollsperrung der Ludwigsluster Chaussee die Einsatzbereitschaft nicht eingeschränkt wird. Für die Tankstelle in der Ludwigsluster Chaussee seien keine zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen notwendig.

Der Nahverkehr richtet am gesamten Sprengungswochenende Schienenersatzverkehr für seine Straßenbahnen ein (SVZ berichtete). Im direkten zeitlichen Umfeld der Sprengung werde eine weiträumige Umleitung über die Rogahner Straße gefahren, kündigte Nahverkehrschef Norbert Klatt an.

Dem kommt die Art der Sprengung entgegen. Der Sprengmeister hat jetzt festgelegt, da der Asphalt-Fahrbahnbelag der Brücke entfernt ist, dass die Zahl der Sprengpunkte deutlich erhöht wird. War ursprünglich von 1400 die Rede, so werden nun 2500 bis 3000 Bohrlöcher angebracht. Durch die besondere Art der Sprengung soll der Brückenkörper in möglichst kleine Teile zerlegt werden, was die Erschütterung des Aufpralls mindert und den Abtransport erleichtert. Die Brücke wird mit Planen eingehüllt, um die Splitterwirkung zu dämmen. Montag Früh um 4 Uhr soll der Verkehr wieder rollen.

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