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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 12:18 Uhr

Weststadt : Sprayer-Streit an der Graffiti-Wand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nachdem Gymnasiasten und Jugendliche aus dem Westclub One gemeinsam eine Wand gestalteten, änderten letztere später allein das Bild

svz.de von
erstellt am 02.Okt.2015 | 21:00 Uhr

„Westclub One“ steht in großen, bunten Lettern auf die Fassade gesprüht. Ein Graffito, das ziemlich professionell aussieht – und im Nachgang für zwei verschiedene Einschätzungen des gemeinschaftlichen Graffiti-Projekts zwischen Goethe-Gymnasium und dem Westclub One (wir berichteten) sorgt.

„Das Projekt an sich war ein voller Erfolg“, sind sich beide Parteien einig: Schüler des Goethe-Gymnasiums und des Westclubs haben gemeinsam der grauen Wand vor dem Jugendclub Leben und Farbe eingehaucht. Dass nach den Ferien ein neues Graffito die Wand ziert, war laut den Projektverantwortlichen des Goethe-Gymnasiums nicht hinzureichend kommuniziert worden.

Bunte Wände, von den Kindern selbst gestaltet. Spielecken mit Konsolen, PCs mit Internet für die Hausaufgaben, ein Kicker und eine Tischtennisplatte. Das ist der Westclub One in der Friesenstraße. Ivonne Vonsien, Leiterin des Freizeittreffs, kann die Aufregung über das neue Graffito nicht verstehen: „Wenn man sich mit dem Thema Graffiti befasst, muss man auch über die Kurzweiligkeit dessen Bescheid wissen.“ Ihrer Ansicht nach hätten die Sprayer, die das Projekt begleitet haben, das auch deutlich zum Ausdruck gebracht. „Einige Tage nach dem Abschluss des Projekts kamen Kinder und Jugendliche auf mich zu und wollten ein neues Graffito an der Wand sehen“, führt die Jugendclub-Chefin fort. Daraufhin hätten einige Jugendlichen die Wand neu gestaltet. Gerade das sei „der Vorteil der offenen Jugendarbeit“, so Vonsien: „Spontane Reaktion und Flexibilität.“

Anders sehen das ein Lehrer am Goethe-Gymnasium und die Schulsozialarbeiterin. Am ersten Schultag nach den Ferien wäre eine Schulsozialarbeiterin darauf aufmerksam gemacht worden, dass das Graffiti weg gewesen sei. Das Problem, so der Lehrer und die Sozialarbeiterin, habe in der Kommunikation zwischen den Projektteilnehmern gelegen. „Die Schüler dachten, dass sie ihr Graffito nach den Ferien weiter an der Wand des Westclubs sehen und sie Fotos davon machen können“, offenbart die Schulsozialarbeiterin. „Wir wollen auch in Zukunft ein neues Graffiti-Projekt anstoßen“, sagt der Lehrer. Und auch Ivonne Vonsien steht einem neuen Graffito offen gegenüber: „Wie schon gesagt, sind Graffiti kurzlebig.“ Das offensichtliche „Kommunikationsproblem“ könnte also in einem neuen Projekt resultieren. Vielleicht in einem gemeinsamen.

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