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23. November 2017 | 15:35 Uhr

Sport frei in sanierter Neustadt-Halle

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2010 | 07:49 Uhr

Crivitz | Gestern wurde das Ziel erreicht: Die größte Investition der Stadt Crivitz für das vergangene und für dieses Jahr ist abgeschlossen. Sport frei! heißt es nun wieder in der Halle in der Neustadt. Bürgermeister Ulrich Güßmann übergab die Sportstätte an Dr. Egbert Dähn, den Leiter der Regionalen Schule.

Für fast 1,9 Millionen Euro wurde das Gebäude seit Februar vorigen Jahres grundlegend saniert, auf Spitzenniveau gebracht. Doch das Projekt sprengte gleich zweimal den avisierte Spielplan - in den Disziplinen Kosten und Zeit. "Es war eine extrem schwierige Aufgabe", bekannte Peter Hempel vom Grevesmühlener Ingenieurbüro Hempel und Kreße. Denn erst nach Beginn der Arbeiten wurden große Schäden an der alten Dachkons truktion entdeckt, das Projekt musste während der laufenden Arbeiten umgeplant und erweitert werden.

Zeitgleich mussten in dieser Phase neue Akteure gefunden werden, die das Vorhaben großzügig sponsern. Doch da es hier um Schul- und Breitensport geht, trat das Schweriner Innenministerium gleich doppelt in Aktion. Eine Million Euro als Sonderbedarfszuweisung und 75 000 Euro Sportstättenförderung brachten den notwendigen Rückenwind. Hinzu kamen noch 300 000 Euro aus dem Konjunkturpaket 1, weil die Halle nun auch energetisch in der ersten Liga spielt. Denn bei der Sanierung wurden die für einen Neubau geltenden Werte klar unterboten, so der Crivitzer Bauamtsleiter Kai-Uwe Wacker stolz.

Dennoch musste die Stadt Crivitz für dieses Vorhaben finanztechnisch bis an ihre Grenzen gehen und mehr als 500 000 Euro von der einst angelegten Reserve einsetzen. Die Kommune hat nun nur noch wenig Spielraum. Das wird auch im Schweriner Innenministerium, das ja auch als oberste Finanz-Schiedsstelle agiert, so gesehen. "Dieses wichtige Projekt konnte aber dank der überdurchschnittlich hohen Förderquote abgesichert werden", betonte Manfred Vogel von der Kommunalabteilung des Innenministeriums gestern beim Finale.

Die Planer und Bauleute haben beim Endspurt die ihnen zur Verfügung stehenden Kräfte dennoch sparsam eingesetzt. Letztlich war im Topf noch so viel Geld, dass das 45 mal 25 Meter große Parkett ordentlich aufpoliert werden konnte. Angesichts des Resultates war Schulleiter Dähn gestern bester Stimmung: "Wir haben nun ideale Bedingungen. Sanierte Schule und Sporthalle plus der Kunstrasenplatz - das ist ein echter Campus."

Bürgermeister Güßmann wies darauf hin, dass die Umsetzung des Hallenprojektes zudem längst überfällig war. Allein das Vorspiel dauerte zehn Jahre, so lange schon wird über die Sanierung geredet. Schließlich ging Jahr für Jahr viel Potenzial für Reparaturen und Unterhaltung drauf. Die Bauaufsicht drohte dennoch mit der Roten Karte - vor allem wegen der maroden Sanitäranlagen und Umkleideräume. Die Stadt musste loslegen.

Doch bei aller Freude gestern zum Finale müssen sich Bürgermeister Ulrich Güßmann und die Stadtvertreter noch auf ein Nachspiel einstellen: Am Montag steht die neue Gebührensatzung zur Abstimmung (SVZ berichtete). Die daraus resultierenden steigenden Kosten für den Freizeitsport wollen die Sportler in den Crivitzer Vereinen nicht hinnehmen - sie wollen auch auf dem kommunalpolitischen Parkett kämpfen.

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