Tausende Unterstützer : Sport frei für die Paulshöhe

Sportstätte oder Bauland? Immer mehr Unterstützen wollen den Erhalt der Paulshöhe.
Sportstätte oder Bauland? Immer mehr Unterstützen wollen den Erhalt der Paulshöhe.

Sportplatzbindung läuft zum Jahresende aus: Bereits tausende Schweriner machen sich für den Erhalt der traditionsreichen Anlage stark

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28. Februar 2014, 08:00 Uhr

Die Paulshöhe gewinnt derzeit einen riesigen Zuspruch. Tausende Schweriner machen sich für den Erhalt der traditionsreichen Sportstätte stark. Von Protesten begleitet wurde vor einigen Jahren bereits über die Zukunft der Sportanlagen Paulshöhe diskutiert. Doch damals war das mehr eine theoretische Debatte, bestand doch eine Pflicht der Sportnutzung auf dem Areal. Diese Bindung endet in diesem Jahr, so dass nun erneut in Ansätzen darüber nachgedacht wird, wie die Fläche künftig zu nutzen ist.

Die Paulshöhe ist Spielstätte der SG Dynamo. Auch die Waldorfschule nutzt Platz und Halle. Zudem haben die 4600 Mitglieder des Kreisanglerverbandes Schwerin die Paulshöhe als Heimstätte. Seit Jahren werden dort Angler auf die Fischereischeinprüfung vorbereitet. Bei Instandhaltungen halfen die Mitglieder des Anglerverbandes mit. Auch Versammlungen werden von den zahlreichen Vereinen des Kreisanglerverbandes auf Paulshöhe durchgeführt. Sie fordern den Erhalt der Sportstätten – und stehen damit nicht allein.

Christoph Liebs, Initiator einer Facebook-Seite für den Schutz der Paulshöhe, konnte innerhalb von nur drei Tagen mehr als 4000 Freunde verzeichnen. Gemeinsam mit CDU-Stadtvertreter Klaus Lemke und Vertretern des Aktionsbündnisses Kulturschutz nahm er jüngst den Sportplatz unter die Lupe. „Wir sprachen über die Geschichte der Sportstätte, darüber dass dies nun der älteste Sportplatz Schwerins ist, darüber dass schon Ehrenbürger wie Ludwig Bölkow in ihrer Freizeit auf diesem Platz spielten. Schnell wurde uns klar, dass es nicht bei der Forderung eines Erhalt bleiben darf, sondern hier ein Nachnutzungskonzept zur Modernisierung nötig wird“, berichteten Ralph Martini, Torsten Beges und Robin Hanusa vom Aktionsbündnis. „Dieses ist in Arbeit, wurde uns versichert.“

Robin Hanusa: „Es ist unglaublich, einen historischen Platz aus Gier auf gutes Bauland verrotten zu lassen. Paulshöhe erhalten und ausbauen statt heuchlerisch andere Plätze ins Gespräch zu bringen“, so seine Forderung. Dafür will das Aktionsbündnis auch die alte Steh-Tribüne, die 100 Jahre beinahe unverändert überstanden hat, unter Denkmalschutz stellen lassen.

Einen Grund für eine akute Sorge über eine bevorstehende Schließung der Spielstätte gäbe es allerdings nicht, hieß es aus der Stadtverwaltung. Auch nach Ende der Sportnutzungsbindung werde auf der Paulshöhe Sport getrieben. Der Fußballplatz werde gebraucht, erst recht, so lange das Fußballzentrum in Lankow nicht fertig ist. Darüber hinaus ist eine Nutzung für eine Wohnbebauung ebenfalls aktuell kein Thema. Allein für die Erarbeitung eines Bebauungsplanes sind etwa zwei Jahre zu veranschlagen. „Ich gehe davon aus, dass frühestens nach 2018 etwas geschieht“, sagte Baudezernent Dr. Wolframm Friedersdorff. Sein Kollege Dieter Niesen ergänzt: „Eine Verlagerung von Vereinen findet erst dann statt, wenn die Voraussetzungen in Lankow geschaffen sind.“ Den Fraktionen SPD-Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und CDU dauert das offenbar zu lange. Sie wollen durch den Verkaufserlös der Paulshöhe Investitionen im Sportpark Lankow finanzieren, heißt es in einem Beschluss.

Es wundert daher nicht, dass es auch schon eine Online-Petition gibt. Unter dem Motto: „Der ehemalige Sportplatz von Motor wurde uns schon ersatzlos genommen, auch jetzt sollen weitere Sportplätze entfallen“ haben schon fast 1000 Bürger die Petition unterzeichnet.

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