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Zweite Schweriner Horse Show : Spitzenpferde beziehen heute Zeltstadt

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Die leeren Boxen reihen sich für mehr als 300 Pferde in den Zeltställen aneinander. Der Stallmeister bereitet alles für die Zweite Schweriner Horse Show in der Sport- und Kongresshalle vor, die heute startet.

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erstellt am 09.Feb.2012 | 10:12 Uhr

Weststadt | Wie in einer überdimensionierten Legehennenbatterie reihen sich die leeren Boxen für mehr als 300 Pferde in den Zeltställen aneinander. In der Luft hängt ein Geruch, der an einen feuchten Hamsterkäfig erinnert. Das kommt von den Sägespänen, die zentimeterdick in den Boxen liegen und die Feuchtigkeit des Bodens aufnehmen. "Dadurch stehen die Pferde auf einer Art Bett, das die Wärme im Stall hält. Von oben streuen wir noch einige Schichten drauf", sagt Stallmeister Steffen Schumacher. Er und sein Team bereiten alles für die Zweite Schweriner Horse Show in der Schweriner Sport- und Kongresshalle vor, die heute startet.

Stallmeister - "das ist in meinem Fall ein technisch logistischer Beruf, ich bin eher ein Hotelier", erzählt Schumacher. Er sorge für Auf- und Abbau, Strom- und Wasserversorgung, Wärme, eben alles was mit Infrastruktur zu tun hat. "Aber mit den Pferden habe ich kaum Kontakt", sagt er. Die Tiere haben ihr eigenes Personal. Sie seien zu wertvoll, teilweise mehr als eine Million Euro. "Und bei den heutigen Dopingbestimmungen reicht schon ein Stück Schokolade, um dagegen zu verstoßen", erklärt er weiter. Die Besitzer achten akribisch auf ihre Spitzentiere.

Die ersten vierbeinigen Gäste bezogen gestern Abend ihre Unterkünfte. Seitdem kämpfen Ölheizungen gegen Kälte und Feuchtigkeit. "Eintausend Liter Öl verheizen wir an diesem Wochenende voraussichtlich pro Zelt", sagt Schumacher. Alles für die sensiblen Sportpferde, die eigentlich über starke Nerven verfügen. So ein Spitzensportpferd sei es gewöhnt, von Stall zu Stall zu ziehen, erzählt er. Eine feste Herdengemeinschaft kennen die Tiere "nicht wirklich". Ähnlich wie Schumacher, der seit etwa zehn Jahren als Stallmeister von Turnier zu Turnier zieht. Vergangene Woche baute er die Zeltställe für ein Turnier in Österreich auf und ab, kommende Woche macht er dasselbe in Neumünster. "Wir sind wie das fahrende Volk", sagt er. Aber so eine Kälte habe er auch selten erlebt. Der Boden sei so hart, dass sie die Verankerungen für die Zelte nicht wie sonst mit einem Presslufthammer in den Boden hauen konnten, sondern Löcher bohren mussten - mehr als 20 pro Zelt. "Das hat uns extrem viel Zeit gekostet, wie hängen weit zurück", sagt er. Auch die Zeltplanen waren eingefroren und mussten umständlich auseinandergefaltet werden. Die Stallhelfer wärmen die Wasserschläuche mit Heizkabeln, damit sie nicht einfrieren. Und kaum herrschen Plusgrade am Boden, taut es und die Sägespäne in den Boxen saugen sich voll. 24 Tonnen werden die Stallhelfer in den kommenden Tagen verfügbar halten. "Und den ganzen Mist müssen wir dann wieder wegkarren", so der Logistiker. Auch das gehöre zu seinem Job.

Die ersten Pferde werden schon am Freitag und Sonnabend weiter reisen. "Viele kommen nur für eine Prüfung hierher. Jungspferde müssen auch erst langsam an den Turnierbetrieb gewöhnt werden", erzählt Schumacher. Er habe einige Jahre gebraucht, anfangs waren es drei Turniere im Jahr. Mittlerweile kommt für ihn kein anderer Job mehr in Frage.

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