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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. Oktober 2017 | 15:42 Uhr

Raupen in Schwerin : Spinner-Alarm am Faulen See

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Eichenprozessionsspinner wurde in der Nähe des Zoos und der Jugendherberge entdeckt

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 21:30 Uhr

Der Eichenprozessionsspinner hat die Landeshauptstadt erreicht. Zwei Vorkommen wurden in diesem Frühjahr entdeckt. Nach Angaben von Dr. Hauke Behr, Abteilungsleiter im Umweltamt, wurden die Tiere im Bereich Fauler See/Zoo und in der Nähe der Jugendherberge beobachtet.

Im vergangenen Jahr hatten die Raupen des Nachtfalters im Landkreis Ludwigslust-Parchim für Wirbel gesorgt. Wegen des massenhaften Auftretens war die Bekämpfung des Baumschädlings mit Hubschraubern aus der Luft erfolgt. Ein Argument dabei: Es sollte verhindert werden, dass der Eichenprozessionsspinner die Landeshauptstadt erreicht. Dieses Ziel ist offenbar verfehlt worden.

Hauptgrund der Bekämpfung im Nachbarkreis war jedoch die Gefährlichkeit der Raupen für den Menschen. Die feinen Härchen der Tiere brechen sehr leicht und werden auch mit dem Wind verbreitet. Kontakt mit den Brennhaaren löst mitunter heftige Hautreaktionen, Entzündungen der Augenbindehaut oder auch Entzündungen der oberen Luftwege bis hin zu allergischen Schockreaktionen aus. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim hatte es eine ganze Reihe von Fällen gegeben. Genaue Zahlen liegen aber nicht vor, weil die Krankheit nicht meldepflichtig ist. „Viele Betroffene sind gar nicht zum Arzt gegangen“, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung. „Es ist aber bekannt, dass es in Einzelfällen heftige Reaktionen gab.“

Umweltverbände lehnen den großflächigen Einsatz von Spritzmitteln gegen den Eichenprozessionsspinner strikt ab. Der Grund: Andere Tiere, wie die Raupen anderer Schmetterlinge oder brütende Vögel, könnten geschädigt werden. Nester des Spinners könnten auch abgesaugt werden. Das aber ist deutlich teurer, als die chemische Bekämpfung. Im vergangenen Jahr kam auch Kritik von Hautärzten. Die eingesetzten Biozide könnten ebenfalls allergische Reaktionen auslösen.

Weder vom zuständigen Ordnungsamt noch von der Amtsärztin der Stadt gibt es bisher eine offizielle Warnung vor dem Eichenprozessionsspinner. Als jedoch im Jahr 2012 in einer Lankower Kleingartenanlage der Verdacht auf einen Befall bestand, der sich dann aber nicht bestätigte, gab es Verhaltenshinweise der Verwaltung: „Grundsätzlich gelte im Umgang mit dem gefährlichen Insekt: Befallsgebiet möglichst meiden und den Kontakt zur Raupe vermeiden. Bei Berührung mit Raupenhaaren sollten die Kleidungsstücke gewechselt und gewaschen werden. Einzelne betroffene Hautstellen sollte man vorsichtig mit Wasser und Seife abwaschen.

Fest steht bereits: Im Kreis Ludwigslust-Parchim soll der Spinner wieder aus der Luft bekämpft werden. Die Einsatzpläne werden demnächst vorgestellt.

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