Kaninchenwerder : Sperrtonnen auf See sollen wieder weg

Kaninchenwerder: Stadtverwaltung und Stadtvertreter wollen eine Lockerung der strengen Befahrensregeln rund um die beliebte Insel.
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Kaninchenwerder: Stadtverwaltung und Stadtvertreter wollen eine Lockerung der strengen Befahrensregeln rund um die beliebte Insel.

Stadtvertreter beschäftigen sich heute mit den Fahrverboten für Boote

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13. Juni 2016, 12:00 Uhr

Die Wassersportler laufen Sturm gegen die neuen Befahrensregeln für die Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder. Sie wollen nicht hinnehmen, dass ihre Boote nicht mehr in den Buchten der Inseln liegen dürfen, dass sie von der Nutzung der dortigen Badestrände abgeschnitten sind. Doch das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg hat die Sperrtonnen ausgelegt.

Für die heutige Stadtvertreter-Sitzung haben die Unabhängigen Bürger das Thema auf die Tagesordnung gehoben. Die CDU-Fraktion hat sich dem Antrag angeschlossen. Es wird gefordert „die Inseln Kaninchen- und Ziegelwerder für den Wassersport weiterhin erreichbar zu halten und zumindest die Nutzung der nicht mit Schilf bewachsenen Bereiche nicht durch Befahrensverbote zu erschweren“. Seit Jahrzehnten werde vor allem die Badebucht auf der Stadtseite von Kaninchenwerder von Wassersportlern angelaufen, weil das Flachwasser gute Badebedingungen vor allem für Familien mit kleinen Kindern biete. „Auch hat eine nicht unerhebliche Anzahl von kleinen Nichtschwimmern dort seine ersten Züge, ohne Gefahren ausgesetzt zu sein, erlernt“, heißt es in der Begründung des Antrags. „Zudem schlagen wir vor, mit dem zuständigen Ministerium Kontakt aufzunehmen, um die Ausgrenzung der Badebuchten aus den Naturschutzgebieten ,Kaninchenwerder und Großer Stein‘ und ,Ziegelwerder‘ durch Änderung der entsprechenden Landesverordnung zu erwirken“, sagte Fraktionsvorsitzender Silvio Horn. „Wir sind für den Schutz von Umwelt und Natur, sind aber der Meinung, dass Wassersportler und Bootsführer die Liegeplätze und die Durchfahrt zwischen den Inseln seit vielen Jahrzehnten im Einklang mit dem Umwelt- und Naturschutz nutzen. Das muss auch zukünftig möglich sein.“
Die Stadt bemüht sich bereits, wenigstens einen Teil der Inselufer wieder von der Wasserseite aus zugänglich zu machen. Für drei Jahre soll die aktuelle Regelung wieder aufgenommen werden. Eine endgültige Äußerung gibt es von den zuständigen Bundesbehörden dazu jedoch noch nicht.

Die Stadt hatte bereits 2008 eine Sperrzone von 100 Metern rund um die beiden Inseln im Innensee beantragt. Damals brütete erstmals ein Seeadler auf Kaninchenwerder – in Ufernähe. Und obwohl die Badebuchten jahrelang weiter von Motorbooten befahren wurden, blieb der Adler und brütete. „Die Vögel sind offenbar robuster, als wir dachten“, sagt der Chef des Fachdienstes Umwelt, Dr. Hauke Behr. „Sie sind lediglich etwas weiter ins Innere der Insel gezogen und haben dort einen neuen Horst gebaut.“ Dadurch sieht auch der oberste Naturschützer der Stadt nicht mehr die Notwendigkeit, das gesamte Ufer der Inseln mit Tonnen zu sperren.

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