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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 21:39 Uhr

Schwerin : Spatenstich am Uecker-Bau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Museum der Moderne entsteht in Schwerin als Anbau des Staatlichen Museums / Gestern Start / Fertigstellung Ende 2015 geplant

von
erstellt am 30.Sep.2014 | 21:00 Uhr

Nach vor einem Jahr wäre der Plan eines Neubaus für das Staatliche Museum in Schwerin ins Reich der Träume verwiesen worden, gestern wurde er wahr: Der klassizistische Willebrand-Bau am Alten Garten mitten in der Landeshauptstadt bekommt mehr Raum. 20 Jahre hatten Protagonisten wie die ehemalige Museumsdirektorin Kornelia von Berswordt-Wallrabe dafür gekämpft, zusätzliche Ausstellungsfläche zu bekommen. 20 Jahre war dafür kein Geld im Staatssäckel.

Finanzministerin Heike Polzin und Kultusminister Mathias Brodkorb (beide SPD) gaben Anfang Juni den Startschuss für den Anbau, gestern erfolgte der erste Spatenstich nach Rekordplanungszeit. Denn erst im Februar dieses Jahres wuchsen die ersten Ideen für das Museum der Moderne, geboren aus der Tatsache, dass die Landesregierung plötzlich aus den 2015 auslaufenden EU-Fonds noch Gelder zur Verfügung hatte, die bislang nicht verplant waren.

7,6 Millionen Euro soll der Neubau jetzt kosten – bis Ende 2015 muss er fertig werden, sonst verfallen die EU-Mittel. Finanzministerin Polzin lobte den Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften, der die Planung und Bauausführung übernommen hat – großteils mit Firmen aus dem eigenen Land.

800 Quadratmeter Ausstellungsfläche soll die schlichte Betonkonstruktion, verteilt über zwei Etagen , bieten. Eine Verbindung zum historischen Museum ist über eine geschlossene Brücke geplant. Frühere Ideen von drei Etagen passten nicht in die Bewerbung Schwerins als Weltkulturerbestadt. „Die Planung wurde zum Spagat zwischen maximaler Ausstellungsfläche und Wahrung der Weltkulturerbebewerbung des Residenzensembles in der Innenstadt“, erläuterte Polzin gestern beim Spatenstich.

Kultusstaatssekretär Sebastian Schröder (SPD) dankte dem Verein „Uecker in Schwerin“ mit Prof. Berswordt an der Spitze, der das Ziel des Neubaus 20 Jahre verfolgt hatte. „Das Museum muss wachsen. Damit die Vergangenheit eine Zukunft hat“, zitierte Schröder die Ex-Museumschefin. Der Verein will gemeinsam mit unserer Zeitung bei Sponsoren und Unterstützern über zwei Millionen Euro einwerben, um das Museum der Moderne wachsen zu lassen. Vereinsvorsitzende Berswordt-Wallrabe weist auf die große Chance für Visionäre hin, sich einzubringen. Vom direkten Sponsoring über Verlosungen bis hin zu Spenden geht das Engagement.

Ein berühmter Unterstützer für den Bau ist der Nagelkünstler Günther Uecker, dessen international geschätzten Werke ihren Ursprung in der mecklenburgischen Landschaft haben. Uecker wurde in Wendorf bei Schwerin geboren. Der Künstler stiftete einen großen Prägedruck in einer limitierten Auflage. Kunstbegeisterte haben die Möglichkeit, ein Exemplar dieser Sonderedition zu erwerben. Zudem kann der gelbe Fanschal beim Verein oder in der Schweriner Geschäftsstelle unserer Zeitung für 20 Euro erworben werden. Der Erlös kommt dem Neubau zugute.

Museumsdirektor Dr. Dirk Blübaum hat schon konkrete Pläne für den Neubau, der in Schwerin längst der Uecker-Bau genannt wird: „Die im vergangenen Jahr erworbenen 13 Werke der späten 60er- bis 80er-Jahre von Uecker sollen in einer Dauerausstellungplatz finden. Zudem könnte endlich ein Kupferstichkabinett entstehen.“ Darauf könnten sich die Mecklenburger freuen. Der heutige Willebrand-Bau entstand 1882. Bereits 1889 reichte dieses Museum nicht mehr aus. 1901 war ein weitere Museumsflügel fertig. „Schon nach 113 Jahren wurde eine neuerliche Erweiterung in Angriff genommen“, scherzte gestern Finanzministerin Polzin.

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