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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. November 2017 | 10:53 Uhr

SVZ fragt nach : Sparkasse zieht Gebühr an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Leser kritisieren Preiserhöhung: SVZ fragt beim Vorstandsvorsitzenden Kai Lorenzen nach.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Die Kunden der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin haben in den vergangenen Tagen Post von ihrem Kreditinstitut bekommen. Darin wird angekündigt, dass die Sparkasse künftig die Gebühren für Girokonten anhebt. Das sorgt nicht nur für Unmut bei Lesern. SVZ will im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Kai Lorenzen, Antworten auf die Fragen der Leser bekommen.

Herr Lorenzen, uns erreichten Reaktionen unserer Leser auf die angekündigten Preisanpassungen bei den Girokonten der Sparkasse. Was hat die Sparkasse vor?
Lorenzen: Lassen Sie mich zunächst betonen, dass unsere Preise für Girokonten und alle Dienstleistungen rund um die Konten auch nach der Anpassung zum 1. Februar 2016 weiter marktgerecht und fair sind. Verändern werden sich die Grundpreise, teilweise die Postenpreise und weitere Preise rund um die Girokonten. Diese Anpassung, übrigens für die meisten Kontoinhaber die erste seit vielen Jahren, ist moderat. Sie entspricht dem, was viele Wettbewerber schon vor uns umgesetzt haben. Der Trend zum vermeintlich kostenlosen Girokonto ist zu Ende.

Warum jetzt die Preisanpassung? Braucht die Sparkasse mehr Einnahmen?
Unsere Sparkasse ist sehr gut aufgestellt und das wird in den kommenden Jahren auch so bleiben. Und trotzdem haben Sie recht: Wir müssen auch auf die Einnahmen achten. Die anhaltende Niedrigzinsphase wird in den kommenden Jahren zu rückläufigen Überschüssen aus Anlage- und Kreditgeschäften führen. Gleichzeitig steigen Kosten, zum Beispiel durch Vorgaben aus der Bankenregulierung. Auch der Ausbau unserer digitalen Zugangs- und Service-Kanäle erfordert Investitionen. Da geht es uns wie allen Banken: Wir müssen sorgfältig arbeiten, die Kosten im Griff behalten und stabile Erträge sichern.

Andere Banken berichten über Planungen zum Personalabbau in Größenordnungen und Filialschließungen. Müssen die Schweriner sich bei der Sparkasse ebenfalls auf solche Szenarien einstellen?
Unser Geschäftsmodell, nämlich als fairer Partner mit kurzen Wegen und hoher Kompetenz an der Seite der Menschen in der Region zu sein, wird sich nicht ändern. Wir arbeiten ständig an der Optimierung unserer Leistungen. Wir tun dies besonnen, im Interesse der Kunden, der Mitarbeiter und der Region. Deshalb sind wir nicht gezwungen, zu vergleichbar dramatischen Veränderungen zu kommen, wie sie derzeit bei einigen Banken angekündigt werden.

Brauchen die Menschen im Zeitalter des Internets und der rasanten Digitalisierung denn noch „die Bank vor Ort“?
Ja, ganz sicher! Auch wenn viele Kunden heute weit öfter über unsere Internet-Filiale oder unsere Apps als in unseren Geschäftsstellen in der realen Welt mit uns in Kontakt treten. Aber bei wichtigen finanziellen Weichenstellungen, zum Beispiel der Finanzierung von Wohneigentum, Wertpapierkäufen, Existenzgründungen oder der Planung der Altersvorsorge, wollen die Menschen weiter mit einem vertrauten Berater sprechen. Nicht mit einer Hotline oder Internet-Seite. Deshalb investieren wir laufend in die weitere Qualifizierung unserer Mitarbeiter und die Entwicklung unserer Geschäftsstellen.

Und wie können Ihre Kunden jetzt reagieren?
Für viele ergibt sich kaum Handlungsbedarf. Die Preise sind zwar etwas höher, aber die Steigerung ist sehr moderat. Unsere Kundenberater helfen gern dabei, das individuelle Nutzungsverhalten der Kontoinhaber zu analysieren und das jeweils optimale Kontomodell zu finden. Für einige Kontoinhaber werden sich die Konditionen nicht ändern. So wird unser Konto für junge Menschen weiterhin kostenfrei und attraktiv verzinst sein.

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