Vereine vorgestellt : Spargel, Strand und Schrebergarten

Bei den Frömkes unterm Apfelbaum: Marianne Frömke (l.), ihr Mann Hans-Ulrich (stehend l.) sowie Petra und Wilhelm Soltau bewirtschaften in Godern Kleingärten – und fühlen sich dort seit Jahrzehnten wohl.
Bei den Frömkes unterm Apfelbaum: Marianne Frömke (l.), ihr Mann Hans-Ulrich (stehend l.) sowie Petra und Wilhelm Soltau bewirtschaften in Godern Kleingärten – und fühlen sich dort seit Jahrzehnten wohl.

Vor 35 Jahren gründete sich in Godern ein Kleingartenverein und aus einer Brachfläche wurde ein schönes Fleckchen Erde

svz.de von
07. Mai 2017, 23:56 Uhr

In Deutschland gibt es mehr als 620 000 eingetragene Vereine. Dort treffen sich Menschen, um Sport zu treiben, ihren Hobbys nachzugehen, Traditionen und Kultur zu pflegen, zu helfen oder zu fördern. Die SVZ besucht einige der weit mehr als 100 Vereine im Schweriner Umland, um zu erfahren, warum sich Menschen in Vereinen engagieren, was ihnen wichtig ist und mit welchen Problemen sie dort zu kämpfen haben. Heute stellen wir den Verein Gartenfreunde Godern vor.

Bei dieser Aktion konnte es nur Gewinner geben, als sich eine Handvoll Menschen vor 36 Jahren beim Rat der Gemeinde in Godern einfand und dem Bürgermeister die Offerte machte, einen Kleingartenverein im Dorf zu gründen. Auf Brachflächen mit Hausmüll und anderem Unrat sollten 300 bis 450 Quadratmeter große, gepflegte Gärten entstehen, in denen Obst reifen, Gemüse wachsen und Blumen blühen könnten. Für die Gemeinde eine gute Möglichkeit, den Ort aufzuwerten und für Erholungsuchende aus der Umgebung und dem nahe liegenden Schwerin ein ideales Plätzchen, um sich eine Idylle nur wenige Meter vom Pinnower See entfernt aufzubauen. „Und gerade die Nähe zum See war für uns reizvoll“, sagt Apotheker Wilhelm Soltau aus Schwerin. Ein Jahr lang Vorlauf, dann der erste Spatenstich am 16. März 1982. Es wurde gebuddelt und gemauert, gesät und gepflanzt. Stromleitungen wurden verlegt, eine Pumpe eingebaut, Gräben gezogen. Und so entstanden in Handarbeit im Laufe der Zeit insgesamt 27 Kleingärten, die sich auf vier Teilstücken durch die kleine Ortschaft ziehen.

Die Begeisterung für das Fleckchen Erde in Godern haben sich Wilhelm (76) und Petra Soltau (66) bis heute erhalten. Sie haben sich eingerichtet, haben das schmucke Häuschen im Grünen gemütlich ausgestattet und auf ihrem abschüssigen Gelände all das angebaut, was in einem Nutzgarten so wächst. Spargel gehört nicht zwingend dazu, doch das haben die ehemalige Gymnasiallehrerin und ein weiterer Kleingärtner jetzt auch ausprobiert. „Er hat schon eine gute Ernte“, weiß Petra Soltau.

Was den Kleingarten angeht, da halten sich die Soltaus strikt an die Bauvorgaben und auch an die sogenannte „Drittel-Regelung“. Bedeutet: Auf einem Drittel des Gartens müssen Gemüse oder Obst angebaut sein, eins mit Blumen, Ziersträuchern oder ähnlichem und ein Drittel steht für die Erholung mit Laube, Terrasse und Rasen zur Verfügung. Kraft Amtes hat die Kleingarten-Vorsitzende Petra Soltau auch einen Blick darauf, wie es in den anderen Gärten mit der Einhaltung der Regeln aussieht. „Unsere Kleingartenanlagen haben Bestandsschutz, solange der Verein seine Gemeinnützigkeit nachweisen kann. Diese wird vom zuständigen Amt regelmäßig bestätigt, wenn die Vorgaben eingehalten werden und der Kleingartenverein im Kreisverband organisiert ist“, weiß Petra Soltau. Das gilt auch für die Lauben aus DDR-Zeiten.

Drei Minuten Fußweg von den Soltaus entfernt haben Hans-Ulrich Frömke (68) und Gattin und Vereins-Schriftführerin Marianne Frömke (65) ihre Parzelle. Die beiden Familien sind schon lange befreundet, sitzen nach getaner Gartenarbeit manchmal gemeinsam auf der Terrasse und plaudern über die kleinen und großen Dinge in der Kleingarten-Welt, über den versandeten Gemeinschaftsbrunnen und den öffentlichen Trinkwasseranschluss, den es deshalb seit zwei Jahren im Kleingartenverein gibt. Es geht um die Nistkästen, die jetzt an Stämmen von Tannen und Linden hängen, um den ungebetenen Nachtfrost, der sich so spät im April noch über die Gärten legte und darum, welche neuen Tomatensorten es wert sind, auch im kommenden Jahr gepflanzt zu werden. Und sie sind sich einig, dass es besonders schön in Godern ist, wenn dort der Tag mit einem Bad im See beginnt.

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